Top News

DFB-Pokal: Spielabbruch – VfL Osnabrück droht Aus am grünen Tisch

1024px-Vfl_osnabrueck_osnatel_arena_14

© Sail over / CC BY-SA 3.0 / Wikimedia

Rund 10.000 Zuschauer waren am Montagabend in die Osnatel-Arena an der Bremer Brücke gekommen und sorgten schon weit vor dem Anpfiff für eine heiße Atmosphäre. Als der heimische VfL Osnabrück dann nach wenigen Sekunden gegen den bundesweit wenig geliebten Favoriten RB Leipzig durch Halil Savran in Führung ging, herrschte Freude pur auf den Rängen. Die Fans der Lila-Weißen standen auch in der Folge wie ein Mann hinter ihrer Mannschaft, die es auch deshalb schaffte, den individuell besser besetzten Gegner zu kontrollieren und die 1:0-Führung bis zur 71. Minute zu verteidigen.

Bis zu jener aus Osnabrücker Sicht so bitteren 71. Minute, die den Verein vermutlich um den Eizug in die zweite Runde des DFB-Pokals und die damit verbundenen Garantieeinnahmen in Höhe von 268.000 Euro bringen wird. Denn als er bei einem Wortgefecht zwischen Osnabrücks Reservespieler Michael Hohnstedt und Leipzigs Davie Selke an der Torauslinie einschreiten musste, wurde Schiedsrichter Martin Petersen von einem aus der Osnabrücker Fankurve geworfenen Feuerzeug am Kopf getroffen. Kurz nachdem das Schiedsrichter-Gespann in die Kabine verschwunden war, kam die bereits erwartete Mitteilung, dass die Partie abgebrochen wird.


Für Osnabrück dürfte dieser Abbruch verheerende Folgen haben. Entscheidet der Kontrollausschuss des DFB, der sofort seine Ermittlungen aufgenommen hat, wie in ähnlich gelagerten Fällen in der Vergangenheit, wird die Partie mit 3:0 für Leipzig gewertet. Darüber hinaus drohen Osnabrück auch noch eine Geldstrafe und im Extremfall ein Zuschauerausschluss.

Zeitnahe Entscheidung erwartet

Osnabrücks Präsident Hermann Queckenstedt überbrachte den Zuschauern per Stadionmikrofon die Kunde vom Spielabbruch und tat sich schwer, Worte zu finden: „Für mich ist es der bitterste Tag in meiner Amtszeit. Ich hätte mir gewünscht, dass wir ein Bild der Tradition abgeben und nicht, dass das Spiel abgebrochen wird.“ Bei „Sky“ wurde wenig später deutlich, dass sich in die Enttäuschung auch große Wut auf den Werfer des Feuerzeuges mischt: „Es ist eine fürchterliche Enttäuschung. Der ein oder andere in der Kabine war den Tränen nah. Die Mannschaft und alle dahinter sind von einem einzelnen Chaoten um ihre Früchte gebracht worden“, so Queckenstedt.

Wie DFB-Mediendirektor Ralf Köttker mitteilte, wird eine Entscheidung über die Spielwertung zeitnah angestrebt. Ob am Freitag bei der Auslosung eine Kugel mit zwei Vereinsnamen oder nur mit RB Leipzig im Topf liegen wird, ist derzeit aber noch unklar.

Please enable JavaScript to view the comments powered by Disqus.
Simple Share Buttons
Simple Share Buttons