Deutschland auf dem Weg zum EM-Titel?

Die EM in Frankreich beginnt in weniger als einem Monat (10. Juni – 10. Juli), dann können sich die Fußballfans bei schönen Sommerabenden auf spannende Spiele der Nationalmannschaften freuen. Jogi Löw hat am letzten Dienstag das vorläufige Aufgebot für den EM-Kader bekanntgegeben.

Deutsche Fußballnationalmannschaft nach der Siegerehrung bei der WM 2014

Bild: Nach der WM ist vor der EM – nicht alle Weltmeister sind mehr dabei, der EM-Titel soll dennoch nach Deutschland geholt werden.
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Nach dem Schlusspfiff in den europäischen Top-Ligen regiert nun die Frage „Wer wird Europameister?“ die (Fußball-)Medienwelt und Stammtische. Immer mehr Deutsche glauben mittlerweile an das Team von Trainer Jogi Löw und trauen der Nationalmannschaft nach dem WM- auch den EM-Titel zu.

Der gewöhnliche Fan ist zwar wankelmütig, aber unverzichtbar. Auch wenn dieses Jahr mehr deutsche Fans zur Unterstützung des DFB-Teams direkt zu den Spielen ins Nachbarland Frankreich reisen werden als 2014 nach Brasilien, steigen wieder zahlreiche Partys auf den Public-Viewing-Areas in ganz Deutschland.

Fast jeder Fan begeistert sich für das annähernde Stadionfeeling und das gemeinsame Jubeln oder gar Trauern. Zusammen die eigene Mannschaft anzufeuern und Fahnen zu schwenken, das gehört für viele passive Teilnehmer einer EM oder WM genauso dazu wie ein Autokorso nach dem Triumph.

In Zeiten ständiger Internetverknüpfung und allgegenwärtigen Smartphone-Gebrauchs steigt auch der Anteil der Online-Sportwetten vor allem bei Großereignissen wie der EM. Eine schnelle und einfache Bezahlung wie bei PayPal bietet sich gerade bei Live-Wetten an. Wettfreunde sollten aber darauf achten, dass nicht alle Online-Buchmacher PayPal Sportwetten anbieten.

Unterstützung im ganzen Land

Dass die Fanmeilen und feiernden Menschenmengen in Deutschland auch ihren Teil zum Sieg der Weltmeisterschaft in Brasilien beigetragen haben, war aus mehreren begeisterten Spielerinterviews während und sogar noch nach dem Sommer 2014 zu entnehmen. Auch in diesem Jahr werden wieder unzählige Fans gemeinsam „Die Mannschaft“ vor riesigen Leinwänden anfeuern und verfolgen.

Ob im Stadion, auf dem Marktplatz oder auf der Fan-Meile, Public Viewing ist seit vielen Jahren allgegenwärtig in großen wie in kleinen Städten. Zu den bekanntesten Plätzen, an denen sich zigtausende Fans zum gemeinsamen Jubeln treffen, zählt die Fan-Meile zwischen der Siegessäule und dem Brandenburger Tor auf der Straße des 17. Juni in Berlin.

Berühmte Public Viewing Areas in Deutschland

  • Straße des 17. Juni, Berlin: mehrere Hunderttausend Fans
  • Galopprennbahn in der Vahr, Bremen: etwa 6.000
  • Friedensplatz, Dortmund: etwa 10.000
  • Elbufer Platz, Dresden: etwa 10.000
  • Commerzbank-Arena, Frankfurt: etwa 45.000
  • Heiligengeistfeld, Hamburg: etwa 70.000
  • Olympiastadion, München: knapp 50.000

Laut Bundesumweltministerin Barbara Hendricks ist „das gemeinschaftliche Fußballgucken unter freiem Himmel bei Europa- und Weltmeisterschaften mittlerweile Tradition.“ Eine entsprechende Verordnung, die Ausnahmen beim Lärmschutz ermöglichen, wurde bereits vom BMUB auf den Weg gebracht.

Das ist nötig, da etwa die Hälfte der Spiele erst um 21 Uhr beginnt und somit frühestens um 22:45 Uhr zu Ende ist, mögliche Verlängerungen und Elfmeterschießen nicht berücksichtigt. Die Veranstalter der Events müssen bei der zuständigen kommunalen Behörde die Ausnahmeregelungen beantragen, bevor die lange Partynacht geplant und umgesetzt werden darf.

Stimmung kippt ins Positive

Die Stimmung bei den Fans steigt indes bereits an. Je näher die EM rückt, umso größer wird der Glaube der Bevölkerung an einen EM-Sieg des deutschen Teams. Hatten im Frühjahr 2015 nur 13 Prozent der Befragten mit einem weiteren Turniersieg der DFB-Elf gerechnet, sind es laut einer aktuellen N24/Emnid-Umfrage mittlerweile 42 Prozent. Interessant ist hierbei auch, dass knapp 50 Prozent der deutschen Fans nicht auf öffentliche Fußballevents verzichten wollen.

Nach der knappen Niederlage gegen England (2:3 nach 2:0-Führung) und der überzeugenden Leistung gegen Italien (4:1) Ende März stieg die Zuversicht der deutschen Fußballfans also noch einmal sprunghaft an.

Löw nominiert 27 Spieler ins vorläufige Aufgebot

Nach den letzten Testspielen haben Jogi Löw und sein Trainerstab noch einmal ausgiebig gescoutet. Vor allem die jungen Talente, die in der Rückrunde für Aufsehen sorgten, und Wackelkandidaten standen im Blickfeld. Heute wurde dann der vorläufige EM-Kader der DFB-Elf bekanntgegeben. Dieser sieht wie folgt aus:

 

TORHÜTER

NR.NameVerein
1Manuel NeuerFC Bayern München
12Bernd LenoBayer Leverkusen
22Marc-André ter StegenFC Barcelona

 

ABWEHR

NR.NameVerein
2Shkodran MustafiFC Valencia
3Jonas Hector1.FC Köln
4Benedikt HöwedesFC Schalke 04
5Mats HummelsBorussia Dortmund
14Emre CanFC Liverpool
16Antonio RüdigerAS Rom
17Jérome BoatengFC Bayern München
21Sebastian RudyTSG Hoffenheim

 

MITTELFELD/ANGRIFF

NR.NameVerein
6Sami KhediraJuventus Turin
7Bastian SchweinsteigerManchester United
8Mesut ÖzilFC Arsenal London
9André SchürrleVfL Wolfsburg
10Lukas PodolskiGalatasaray Istanbul
11Marco ReusBorussia Dortmund
13Thomas MüllerFC Bayern München
15Julian DraxlerVfL Wolfsburg
18Toni KroosReal Madrid
19Mario GötzeFC Bayern München
20Karim BellarabiBayer Leverkusen
23Mario GomezBesiktas Instanbul
24Julian BrandtBayer Leverkusen
25Leroy SanéFC Schalke 04
26Julian WeiglBorussia Dortmund
27Joshua KimmichFC Bayern München

 

Brandt, Sané, Weigl und Kimmich – wer kommt mit zur EM?      

Die größten Überraschungen unter den Nominierten sind die Talente Brandt, Weigl, Kimmich und Sané. Löw hat allerdings während seiner gesamten Amtszeit junge Spieler auch mit zu wichtigen Turnieren genommen. Bei der WM in Brasilien waren dies zum Beispiel Erik Durm, Matthias Ginter und Christoph Kramer.

Nun bekommen also weitere Talente in der noch kurzen Vorbereitungszeit die Möglichkeit, sich für das EM-Aufgebot zu empfehlen. Vor allem Julian Brandt hat sich in den letzten Wochen durch seine Treffsicherheit in den Fokus gespielt. Aber auch Julian Weigl wusste über die gesamte Saison bei Borussia Dortmund zu überzeugen und konnte sich trotz starker Konkurrenz im defensiven Mittelfeld durchsetzen (50 Pflichtspiele).

Sané hat ebenfalls den Durchbruch auf Schalke geschafft und war einer der wenigen Lichtblicke in der durchwachsenen königsblauen Saison (8 Treffer, 8 Vorlagen). Kimmich hingegen kommt neben 25 Ligaeinsätzen auch auf neun Champions-League-Partien, was bei einem 21-jährigen Bayern-Spieler nicht alltäglich ist.

Nur noch wenig Vorbereitungszeit verbleibt

Es wird für alle Neulinge jedoch eine großartige Chance, falls sie es ins endgültige Aufgebot schaffen sollten. Aber auch die gestandenen Spieler wie Khedira und Schweinsteiger dürfen sich nicht zurücklehnen, da sie aufgrund von Verletzungen momentan nicht über die Topform verfügen, die man für dieses Turnier benötigt, aber damit kennen sich die beiden Routiniers bereits aus.

Mario Gomez hingegen scheint so gut wie gesetzt nach seiner starken Saison in der Türkei. 26 Tore in 33 Partien erzielte der einzige echte Mittelstürmer der DFB-Elf für Besiktas und sicherte sich damit die Torjägerkanone in der Süper Lig. Nachdem er sich bereits im September berechtigt Hoffnungen auf ein Comeback gemacht hatte, kann sich Gomez nun erneut beweisen.

Im schweizerischen Ascona werden sich die deutschen Kicker nun auf die EM vorbereiten, bevor es Anfang Juni ins Quartier nach Evian-les-Bains, dem französischen Ufer des Genfer Sees, geht. Der endgültige EM-Kader, der 23 Spieler umfasst, muss am 31. Mai der UEFA gemeldet werden.

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