Hamburger SV: Verkäufe von Leistungsträgern unvermeidbar?

Stephan Ambrosius
Aktuell verfügt der HSV über einige vielversprechende Akteure.
Foto: imago images / Claus Bergmann
14.11.2020 - 08:40 | von Johannes Ketterl

Auch wenn die beiden letzten Ligaspiele gegen den FC St. Pauli (2:2) und bei Holstein Kiel (1:1) nicht gewonnen wurden und es nun am Donnerstag im Testspiel gegen den dänischen Zweitligisten Viborg FF sogar eine 1:3-Niederlage setzte, fällt die sportliche Zwischenbilanz beim Hamburger SV nach den ersten Wochen der Saison positiv aus. Als Spitzenreiter befinden sich die Hanseaten auf Bundesliga-Kurs, den es indes aus wirtschaftlichen Gründen auch unbedingt beizubehalten gilt.

Schließlich würden die Einnahmen im Oberhaus alleine in Sachen TV-Vermarktung beträchtlich steigern und zusätzliche Gelder hat der HSV dringend nötig. Für das Geschäftsjahr 2019/20 musste der Klub nun ein Minus von 6,7 Millionen Euro verkünden, das zu großen Teilen natürlich auch auf die Corona-Krise zurückzuführen ist.

Der Wegfall der Zuschauereinnahmen im Endspurt der vergangenen Spielzeit und nun auch in der laufenden Saison reißt enorme Lücken in die Kassen, die kaum zu kompensieren sind. Der Aufstieg und die damit verbundenen, höheren Erlöse wären deshalb von enormer Bedeutung. Selbst dann aber kann es passieren, dass der HSV nicht umhin kommt, Leistungsträger ziehen zu lassen, sollten noch längere Zeit keine Zuschauer in den Stadien erlaubt sein.

Mehrere werthaltige Spieler im Kader

"Die allerbeste Option wären natürlich Spiele im vollen Volksparkstadion“, erklärte Finanzvorstand Frank Wettstein, räumte aber in der "Morgenpost" auch ein, dass "es nicht absehbar ist, wann es dazu wieder kommen wird.“ Um die Lücken zu schließen, nennt Wettstein aber explizit auch Transfereinnahmen als Möglichkeit: "Wenn es uns gelänge, dort einen Zuwachs zu erzielen, würde das ebenfalls helfen.“

Kandidaten, die richtig Geld in die Kasse spülen könnten, gibt der aktuelle Kader durchaus mehrere her. Dazu zählen mit Tim Leibold, Jan Gyamerah oder Jeremy Dudziak nicht mehr ganz junge Spieler, die sich aber in der 2. Bundesliga schon bewährt haben und die das Zeug für eine weitere positive Entwicklung haben. Ebenso dürften Talente wie Josha Vagnoman, Amadou Onana oder Rick van Drongelen andernorts Interesse wecken.

Am liebsten freilich wäre es dem HSV, mit dem aktuellen Kader aufzusteigen und auf dem Weg in die Bundesliga wieder vor vollem Haus spielen zu können.