HSV: Eine neue Nummer eins soll kommen

Daniel Thioune
Fehlstart im Pokal: HSV-Trainer Daniel Thioune.
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16.09.2020 - 19:09 | von Johannes Ketterl

Nach dem 1:4-Debakel in der ersten Runde des DFB-Pokals bei Dynamo Dresden und kurz vor dem Saisonstart am Freitag zu Hause gegen Fortuna Düsseldorf zeichnet sich beim Hamburger SV noch eine weitere Kaderveränderung ab. Nachdem das Interesse von Olympique Lyon an Julian Pollersbeck bereits vor Tagen durchgesickert war, steht der Wechsel des früheren U21-Nationaltorhüters zum Champions-League-Halbfinalisten der vergangenen Spielzeit wohl unmittelbar bevor.

Lyon hat dem Vernehmen nach ein Angebot über 500.000 Euro abgegeben, wobei sich diese Sockelablöse wohl mittels Bonuszahlungen noch erhöhen kann. Laut "Bild" befinden sich beide Vereine in fortgeschrittenen Gesprächen. Allem Anschein nach fehlen nur noch die Unterschriften und die Vollzugsmeldung.

Der bevorstehende Abgang von Pollersbeck, den Trainer Daniel Thioune nur noch als Torhüter Nummer drei eingeplant hatte, sorgt beim HSV einerseits für etwas finanziellen Spielraum, andererseits aber auch dafür, dass zwischen den Pfosten wohl noch einmal nachgebessert wird.

Florian Müller gibt Freiburg den Vorzug

Die offenbar vorhandenen Bemühungen um Florian Müller, der stattdessen aber auf Leihbasis vom 1. FSV Mainz 05 zum SC Freiburg gewechselt ist, macht dabei die Stoßrichtung klar. So suchen die Hanseaten keineswegs einen neuen dritten Schlussmann, sondern einen Torwart, der stärker ist als Daniel Heuer Fernandes und Tom Mickel, von denen man offenkundig nicht restlos überzeugt ist. Warum das so ist, war auch wieder in Dresden zu sehen, wo Vorjahreseinkauf Heuer Fernandes zumindest beim dritten Gegentor durch Christoph Daferner nicht die beste Figur abgegeben hat.

Die Hamburger Verantwortlichen haben ihre Fühler in verschiedene Richtungen ausgestreckt, wobei der Zeitpunkt für eine Torwartsuche vor einigen Wochen sicherlich noch günstiger gewesen wäre. Allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass bis zum Transferschluss am 5. Oktober noch der eine oder andere passende Kandidat auf den Markt kommt, gegebenenfalls auch im Ausland.