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DFB-Pokal: Spielabbruch – VfL Osnabrück droht Aus am grünen Tisch

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© Sail over / CC BY-SA 3.0 / Wikimedia

Rund 10.000 Zuschauer waren am Montagabend in die Osnatel-Arena an der Bremer Brücke gekommen und sorgten schon weit vor dem Anpfiff für eine heiße Atmosphäre. Als der heimische VfL Osnabrück dann nach wenigen Sekunden gegen den bundesweit wenig geliebten Favoriten RB Leipzig durch Halil Savran in Führung ging, herrschte Freude pur auf den Rängen. Die Fans der Lila-Weißen standen auch in der Folge wie ein Mann hinter ihrer Mannschaft, die es auch deshalb schaffte, den individuell besser besetzten Gegner zu kontrollieren und die 1:0-Führung bis zur 71. Minute zu verteidigen.

Bis zu jener aus Osnabrücker Sicht so bitteren 71. Minute, die den Verein vermutlich um den Eizug in die zweite Runde des DFB-Pokals und die damit verbundenen Garantieeinnahmen in Höhe von 268.000 Euro bringen wird. Denn als er bei einem Wortgefecht zwischen Osnabrücks Reservespieler Michael Hohnstedt und Leipzigs Davie Selke an der Torauslinie einschreiten musste, wurde Schiedsrichter Martin Petersen von einem aus der Osnabrücker Fankurve geworfenen Feuerzeug am Kopf getroffen. Kurz nachdem das Schiedsrichter-Gespann in die Kabine verschwunden war, kam die bereits erwartete Mitteilung, dass die Partie abgebrochen wird.
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Für Osnabrück dürfte dieser Abbruch verheerende Folgen haben. Entscheidet der Kontrollausschuss des DFB, der sofort seine Ermittlungen aufgenommen hat, wie in ähnlich gelagerten Fällen in der Vergangenheit, wird die Partie mit 3:0 für Leipzig gewertet. Darüber hinaus drohen Osnabrück auch noch eine Geldstrafe und im Extremfall ein Zuschauerausschluss.

Zeitnahe Entscheidung erwartet

Osnabrücks Präsident Hermann Queckenstedt überbrachte den Zuschauern per Stadionmikrofon die Kunde vom Spielabbruch und tat sich schwer, Worte zu finden: „Für mich ist es der bitterste Tag in meiner Amtszeit. Ich hätte mir gewünscht, dass wir ein Bild der Tradition abgeben und nicht, dass das Spiel abgebrochen wird.“ Bei „Sky“ wurde wenig später deutlich, dass sich in die Enttäuschung auch große Wut auf den Werfer des Feuerzeuges mischt: „Es ist eine fürchterliche Enttäuschung. Der ein oder andere in der Kabine war den Tränen nah. Die Mannschaft und alle dahinter sind von einem einzelnen Chaoten um ihre Früchte gebracht worden“, so Queckenstedt.
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Wie DFB-Mediendirektor Ralf Köttker mitteilte, wird eine Entscheidung über die Spielwertung zeitnah angestrebt. Ob am Freitag bei der Auslosung eine Kugel mit zwei Vereinsnamen oder nur mit RB Leipzig im Topf liegen wird, ist derzeit aber noch unklar.

DFB-Pokal

DFB-Pokal: Heidenheim, Paderborn und der HSV im Viertelfinale

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Kingsley Coman

Kingsley Coman, Torschütze zum Siegtreffer der Bayern (Foto: schwarzdigital.com / Shutterstock.com)

Vor Überraschungen ist man in diesem Wettbewerb nie gefeit. Dieses Jahr hat sich der 1.FC Heidenheim unerwartet gegen den großen Favoriten Bayer Leverkusen durchgesetzt. Bremens Erfolg in Dortmund gelang durch eine mannschaftliche Glanzleistung, bei der die Werderaner bis zuletzt nie aufgaben. Dass Paderborn und der Hamburger SV sich durchgesetzt haben, verwundert dafür weniger. Beide Klubs sind dafür in zu guter Form. Augsburg profitierte währenddessen von der mangelhaften Chancenverwertung der Kieler. Die Störche trafen trotz zahlreicher Gelegenheiten einfach nicht das Tor, sodass der Bundesligist kurz vor Spielende gnadenlos zurückschlug.

DFB-Pokal-Achtelfinale – Ergebnisse vom Dienstag, 05.02.2019

HSV-Logo Hamburger SV1.FCN 1.FC Nürnberg 1:0

Heidenheim 1.FC Heidenheim – Der Werksklub Bayer 04 Leverkusen 2:1

MSV MSV Duisburg – SCP SC Paderborn 1:3

BVB Borussia Dortmund – SVW Werder Bremen 3:3 – 2:4 nach Elfmeterschiessen

DFB-Pokal-Achtelfinale – Ergebnisse vom Mittwoch, 06.02.2019

Kiel Holstein Kiel – FCA FC Augsburg 0:1

RBL RB LeipzigWolfsburg VFL Wolfsburg 1:0

Schalke FC SchalkeDüsseldorf Fortuna Düsseldorf 4:1

Hertha Hertha BSC Berlin – FCB Bayern München 2:3 nach Verlängerung

Der HSV rang nicht unerwartet die momentan verunsicherten Nürnberger mit einem knappen 1:0 nieder. Ohne Jung und Lasogga aufgelaufen, sprangen bei dieser Partie andere in die Bresche. Allen voran Berkay Özcan, derzeit ausgeliehen vom VFB Stuttgart, glänzte nicht nur mit dem Siegtreffer in der 54. Minute. Die gesamte Mannschaft liess erkennen, dass der Spitzenreiter der zweiten Bundesliga sportlich nicht weit vom 1.FC Nürnberg entfernt ist. Die Franken spielten uninspiriert und konnten sich nur auf Torwart Mathenia, den ehemaligen Hamburger, verlassen.

Der Spielverlauf begünstigte den 1.FC Heidenheim gegen Bayer Leverkusen, das muss man zugeben. In der ersten Hälfte gab der Erstligist nämlich noch das bessere Bild ab und ging kurz vor der Pause durch Julian Brandt mit 1:0 in Führung (44.). Die Werkself versäumte es nur mehr Tore zu erzielen. So konnte der Underdog nach der Pause trotz weniger Chancen und Ballbesitz noch zurückkommen. Der Österreicher Nikola Dovedan bestätigte in der 47. Minute seine Topform und erzielte zunächst den Ausgleich. Maurice Multhaup berührte dann in der 72. Minute den Ball nach einer Flanke von Arne Feick so mit dem Fuß, dass er über die Linie rollte. Dabei wurde er noch leicht abgefälscht. Leverkusens Verteidiger Dragovic schoss die Kugel noch weg, aber sie hatte die Torlinie eben schon überquert. Zur Sicherheit versenkte Robert Glatzel außerdem per Nachschuss. Heidenheim wollte den Sieg einfach mehr und überzeugte kämpferisch.

Der MSV Duisburg kann den formstarken Paderbornern momentan nicht das Wasser reichen. Immerhin begann die Mannschaft aus dem Ruhrgebiet beherzt und erspielte zahlreiche Chancen in Hälfte eins. Erst nach der Pause besorgte Oliveira Soza das 1:0 für den MSV (47.).  Der SC Paderborn zeigte daraufhin sofort seine emminente Torgefahr. Tektepey (52.), Pröger (61.) und Antwi-Adjei (76.) machten die Sache jetzt glasklar für die Ostwestfalen. Da hätten die Zebras zuvor mehr Gelegenheiten in Tore ummünzen müssen.

Der SV Werder Bremen sorgte gegen Borussia Dortmund für den aufregendsten Pokal-Coup. Dabei spielten die Borussen keineswegs schlecht. Im Gegenteil! Nach der frühen Werder-Führung durch Rashica (5.) zogen die Westfalen ihr berüchtigtes Powerplay auf. Die Hanseaten hielten dem jedoch lange stand. Erst Reus‘ direkt reingezwirbelter Freistoss in der Nachspielzeit der ersten Hälfte brachte den Ausgleich (45.+3). In der spannenden zweiten Halbzeit fielen keine weiteren Tore. Aber, in der Verlängerung beeindruckte Bremen nun besonders. Obwohl der BVB zweimal in Führung ging, durch Pulisic (105.) und dann Hakimi (113.), glich Werder jeweils durch den eingewechselten Pizarro (108.) und Harnik (119.) aus.  Eine unfassbare Willensleistung. Im Elfmeterschiessen wurde Bremens Torhüter Jiri Pavlenka zum Helden, als er gleich die ersten beiden Schüsse von Alcacer und Philipp hielt. Auf der anderen Seite konnte der ansonsten ordentlich spielende Goalie Oelschlägel (für die kranken Bürki und Hitz aufgestellt) keinen Schuss parieren.

Holstein Kiel reichte gegen den FC Augsburg unfassbare 15 Torschüsse nicht zu einem Treffer. Die Schwaben agierten vorsichtig und abgeklärt, ohne selbst die tolle Bundesliga-Leistung vom Wochenende zu bestätigen. Aber die Defensive um Torwart Kobel, den Verteidiger Oxford und Rani Khedira davor waren von den Störchen nicht zu überwinden. Kurz vor Abpfiff erbarmte sich der einzig gefährliche Mann auf dem Platz, nämlich Michael Gregoritsch, und erzielte humorlos das 1:0 für die Gäste. Torjäger Finnbogason fehlte übrigens, aber es reichte auch ohne die isländische Tormaschine. Kiel muss sich das Auslassen etlicher Gelegenheiten durch Schindler, Okugawa, Serra und den eingewechselten Lee ankreiden lassen.

Der FC Schalke überraschte gegen Fortuna Düsseldorf mit einigen jungen Spielern von Beginn. Wenn diese dann jedoch so giftig auftreten wie Rabbi Matondo, Ahmed Kutucu oder Weston McKennie, dann kann man schonmal arivierte Kicker wie Rudy, Harit oder Konoplyanka schonen. Kutucu (30.), Salif Sané (48.) und Mark Uth (53.) legten mit 3:0 für die Knappen vor. Düsseldorf hatte genauso viel Ballbesitz, machte daraus aber nicht viel. Allein Rouwen Hennings gelang der Anschluss zum 1:3 (71.). Sané machte kurz vor Schluss den Deckel drauf (87.). Die kurioseste Szene ereignete sich in der 51. Minute, als Sané und Kutucu direkt hintereinander den Pfosten trafen. Am Ende reichte es zu einem verdienten Sieg für den FC Schalke, an einem ansonsten traurigen Tag für Königsblau. Der langjährige Manager des Vereins, Rudi Assauer war an diesem Tag nach langer Krankheit verstorben.

Der FC Bayern München setzte sich nach hartem Kampf in Berlin durch und hofft das Stadion im Mai wiedersehen zu dürfen. Dann ist nämlich DFB-Pokal-Finale. Nach nur drei Minuten erschreckte die Hertha bereits nach schöner Kombination mit Passgeber Salomon Kalou und Torschütze Max Mittelstädt. Das 1:0 für die Heimmanschaft. Fast sofort schlug der deutsche Meister zurück. Der glänzend aufgelegte Serge Gnabry glich aus (7.). Nach der Pause war es erneut Gnabry, der den 2:1-Führungstreffer erzielte (49.).  Der eingewechselte Davy Selke konnte dann einen Abstimmungsfehler zwischen Hummels und Ulreich zum Ausgleich nutzen (67.). In der Verlängerung liess der FCB in einer Szene nochmal richtig die Muskeln spielen. Alaba, Ribéry und Lewandowski bewegten solange den Ball durch den Strafraum, bis Kingsley Coman Zentimeter vor dem Tor mit dem Kopf abschliessen konnte (98.). Der Sieg für den Vize-Pokalsieger geht trotz beherzter Gegenwehr total in Ordnung.

Auslosung zum Viertelfinale am Sonntag

Im Rahmen der Sportschau findet die Auslosung zum Viertelfinale des DFB-Pokals am Sonntag, 20. Februar um 18:30 Uhr in der ARD statt. Da kann es zu packenden Derbys, wie Hamburg gegen Bremen oder Bayern gegen Augsburg kommen. Gespielt wird das Viertelfinale erst am 2. und 3. April. Das Halbfinale ist für den 23. und 24. April terminiert. Wie immer im Berliner Olympiastadion steigt dann das Endspiel der Herren am 25. Mai. Das Finale der Damen ist dieses Jahr am 1. Mai in Köln (17:15 Uhr).

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