Werder Bremen: Übernimmt Torsten Lieberknecht im Sommer?

Nachdem die Verantwortlichen um Geschäftsführer Sport Thomas Eichin am Samstag im Anschluss an die 1:2-Niederlage gegen den FC Augsburg bis zum späten Samstag hinter verschlossenen Türen die Situation erötert hatten, wurde der gestrige Sonntag mit Spannung erwartet. Nicht wenige Beobachter rechneten damit, dass sich der SV Werder Bremen von Trainer Viktor Skripnik trennen würde, zumal der Ukrainer auf der Pressekonferenz nach dem Spiel wieder einmal einen dünnhäutigen Eindruck hinterlassen hat.

Doch Skripnik stand am Sonntagmorgen auf dem Trainingsplatz, während Eichin kurze Zeit später der Öffentlichkeit erklärte, dass der Weg gemeinsam weitergehen werde. Grund für diese Entscheidung ist auch, dass Skripnik in der Mannschaft volle Rückendeckung hat: „Es steckt kein Keil zwischen Elf und Trainer. Wenn wir einen anderen Eindruck hätten, wären wir mutig genug, anders zu entscheiden“, so Eichin, der sich bei seinen Aussagen freilich auch die Möglichkeit offen hielt, in den nächsten Tagen doch noch zu reagieren. Ganz sicher kann man daher aktuell noch nicht sein, dass Lieberknecht auch am nächsten Wochenende im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg auf der Bremer Bank sitzen wird.

Möglicherweise ist es für Werder auch schlichtweg eine Frage der Alternativen. Denn wie der „Kicker“ berichtet, plant Bremen für die neue Saison auf dem Trainerposten ohnehin einen Neustart und soll dafür Torsten Lieberknecht von Eintracht Braunschweig im Blick haben. Für ein Engagement als Feuerwehrmann stünde der 42-Jährige allerdings nicht zur Verfügung. Nun einen externen Coach für lediglich die letzten fünf Spiele zu verpflichten, dürfte allerdings alles andere als einfach werden, wenn der Auserwählte schon weiß, dass ab Sommer eigentlich Lieberknecht übernehmen soll.

Skripnik-Verbleib stößt auf Kritik

Weil gleichzeitig eine interne Lösung mit den Assistenten Torsten Frings und Florian Kohfeldt wegen deren enger Verbindung zu Skripnik nahezu ausgeschlossen ist, gibt es momentan schlichtweg keine passende Alternative zum jetzigen Coach, dessen Verbleib freilich von nicht wenigen Fans und vor allem auch von den Medien sehr kritisch gesehen wird.


Klar ist, dass Werder wird handeln müssen, sollte es auch gegen Wolfsburg schief gehen. Andernfalls droht mehr denn je der zweite Abstieg der Vereinsgeschichte, der mit den richtigen Maßnahmen noch vermeidbar scheint.