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Der EM-Kader der anderen Mannschaften

Joachim Löw hat am 17. Mai seinen vorläufigen aus 27 Fußballern bestehenden Kader für die Europameisterschaft im Juni und Juli in Frankreich bekanntgegeben. Am 31. Mai erfolgt die endgültige Nominierung des finalen 23-Mann-Kaders. Doch nicht nur bei der deutschen Mannschaft sind die Vorbereitungen und Nominierungen im vollen Gange. Die 23 Mannschaften der anderen EM-Teilnehmer haben ebenfalls ihre Kader offiziell verkündet. Wer ist dabei und wer wurde überraschend gestrichen? Gibt es Verletzte oder Überraschungskandidaten? Ein Ausblick auf die EM-Kader der EM-Teams.

Joshua Kimmich steht im Dress der deutschen U21-Nationalmannschaft auf dem Trainingsplatz.

Joshua Kimmich ist einer von vier jungen talentierten Spielern, die im vorläufigen Kader der deutschen Nationalmannschaft stehen und hoffen, auf den EM-Zug aufzuspringen.
Bildquelle: Vlad1988 – 224140864 / Shutterstock.com

Neun Weltmeister nicht mehr im Kader

Die Benennung des vorläufigen Kaders für die Europameisterschaft in Frankreich durch Bundestrainer Joachim Löw hat mal wieder für großes Aufsehen gesorgt. Der aus 27 Kickern bestehende Kader kommt ohne neun Spieler aus, die vor zwei Jahren in Brasilien noch den Weltmeisterpokal in die Höhe gestemmt haben. Neben den altersbedingten Abgängen von Abwehrrecke Per Mertesacker, Rekordtorjäger Miroslav Klose und Ex-Kapitän Philipp Lahm verzichtet der Teamchef freiwillig auf die Weltmeister Erik Durm, Matthias Ginter, Christoph Kramer und Kevin Großkreutz sowie die beiden Torhüter Roman Weidenfeller und Ron Robert Zieler.

Die Verjüngung des Torwart-Trios war abzusehen, die Nicht-Nominierung der Dortmunder Ginter und Durm sowie der schon fast traditionelle Verzicht auf den formstarken Marcel Schmelzer hingegen nicht, betrachtet man die extrem starke Saison, welche die drei Defensivspezialisten beim BVB gespielt haben. Doch Joachim Löw wäre nicht Joachim Löw, wenn es nicht auch erfreuliche Überraschungen geben würde. Mit Julian Weigl von Borussia Dortmund, Joshua Kimmich vom FC Bayern München, Julian Brandt von Bayer Leverkusen und Leroy Sane vom FC Schalke 04 stehen vier aufstrebende und erfolgshungrige Talente im vorläufigen Aufgebot, die den etablierten Stammkräften die sichergeglaubten EM-Tickets streitig machen und den Wettbewerb anheizen sollen.

Infografik über EM-Prämien der deutschen Spieler

Infografik: Die Pro-Kopf-Prämien der DFB-Spieler. Infografikquelle: fussballinfos.net

Der Termin für die endgültige Nominierung des 23-köpfigen EM-Kaders ist der 31. Mai. Ab da geht es nicht nur bei den Trainern und Funktionären, sondern auch bei den EM-Wettanbietern in die heiße Phase. Ab dann werden die Quoten noch einmal feinjustiert. Ein zweites Leicester möchte schließlich kein Anbieter noch einmal durchleben. Anstoß für das erste Gruppenspiel bei der Europameisterschaft ist am 10. Juni. Dann treffen Frankreich und Rumänien aufeinander. Besonderen Einfluss auf die Wettquoten haben auch die Nominierungen der Mannschaftskader der anderen EM-Teilnehmer. Einige Entscheidungen der Teamchefs sorgten für mächtige Überraschungen, andere waren weitestgehend vorauszusehen.

Österreich und Schweiz mit zahlreichen Bundesligaprofis

Die Aufgebote für die Europameisterschaft unserer Nachbarn Schweiz und Österreich bestehen hauptsächlich aus Bundesliga-bekannten Namen. Das spricht zum einen für die Stärke der deutschen Eliteliga und zum anderen für die intensive Vernetzung deutscher Vereine mit den Clubs aus Österreich und der Schweiz. Allein im Kader der Schweiz befinden sich 11 Profis, die in der Bundesliga ihrer Arbeit nachgehen. Prominenteste Beispiele sind wohl Mittelfeldmotor Granit Xhaka und Torwart Yann Sommer von Borussia Mönchengladbach, Roman Bürki von Borussia Dortmund und Ricardo Rodriguez vom VfL Wolfsburg.

Österreich steht der Schweiz in Nichts nach und beruft sogar 12 Bundesligalegionäre. Hinzu kommen noch drei weitere Spieler aus Deutschland. Zwei von Zweitligaaufsteiger RB Leipzig und ein Spieler von Zweitligist 1860 München. Insgesamt 15 Profis stehen bei deutschen Vereinen unter Vertrag. Der bekannteste Spieler ist sicherlich David Alaba vom FC Bayern München. Aber auch unter den üblichen Nominierten verstecken sich einige prominente Beispiele wie Julian Baumgartlinger vom FSV Mainz, Martin Harnik vom VfB Stuttgart oder Zlatko Junuzović von Werder Bremen.

Überraschungen bei Spanien und Frankreich

Der Skandal um die Erpressungsaffäre mit den beteiligten französischen Nationalspielern Karim Benzema und Mathieu Valbuena kostet beide endgültig den Platz im Kader für die Europameisterschaft im eigenen Land. Nationaltrainer Didier Deschamps hatte unmittelbar nach Bekanntwerden des Skandals beide Spieler vorsorglich aus der Équipe Tricolore suspendiert. Die Chancen für eine Rückkehr der zwei Superstars wurden jedoch offengehalten und von dem Ausgang der gerichtlichen Auseinandersetzung abhängig gemacht.

Bei der Bekanntgabe des vorläufigen französischen Kaders kam nun die Gewissheit: Beide Spieler fehlen im Aufgebot des Gastgeberteams. Ebenfalls nicht dabei ist Bayerns Franck Ribery. Nach der skandalösen Weltmeisterschaft in Südafrika und dem Streik des damaligen Teams, bei dem Ribery eine führende Rolle zugesprochen wurde, scheint das Kapitel Nationalmannschaft für den Flügelflitzer endgültig abgeschlossen sein.

Bezüglich überraschender Nicht-Nominierungen steht der frühere Welt- und aktuelle Europameister und spanische Nationaltrainer Vicente del Bosque dem französischen Teamchef in Nichts nach. Gleich sechs Superstars wurden zu Hause gelassen. Neben den beiden Spielern des FC Bayern München, Juan Bernat und Javi Martínez, verzichtete del Bosque zusätzlich auf den aus einer langen Verletzung kommenden Santi Carzola von Arsenal London und die beim FC Chelsea London spielenden Diego Costa und Juan Mata.

Die größte Überraschung ist wohl aber der Verzicht auf den Finaltorschützen der Europameisterschafts 2008, Fernando Torres, der sich im Dress von Atletico Madrid zuletzt in bärenstarker Form zeigte. An Superstars wird es der Europameisterschaft trotz zahlreicher Verzichte dennoch nicht mangeln. Wir zeigen, auf wen sich europäische Fußballfans besonders freuen dürfen.

Die Superstars der Europameisterschaft

Land Spieler Verein
Frankreich Paul Pogba

Antoine Griezmann

N’Golo Kante

Laurent Koscielny

Juventus Turin

Atletico Madrid

Leicester City

Arsenal London

Deutschland Manuel Neuer

Thomas Müller

Mesut Özil

Toni Kroos

Marco Reus

Bayern München

Bayern München

Arsenal London

Real Madrid

Borussia Dortmund

Spanien Andres Iniesta

Sergio Busquets

Sergio Ramos

Cesc Fabregas

FC Barcelona

FC Barcelona

Real Madrid

FC Chelsea London

Belgien Kevin de Bruyne

Thibaut Courtois

Eden Hazard

Christian Benteke

Manchester City

FC Chelsea London

FC Chelsea London

FC Liverpool

Italien Leonardo Bonucci

Daniele de Rossi

Juventus Turin

AS Rom

England James Vardy

Harry Kane

Leicester City

Tottenham Hotspurs

Wales Gareth Bale Real Madrid
Portugal Christiano Ronaldo Real Madrid
Österreich David Alaba Bayern München
Schweden Zlatan Ibrahimovic Paris St. Germain
Schweiz Granit Xhaka Borussia Mönchengladbach
Russland Roman Shirokov ZSKA Moskau
Türkei Hakan Calhanoglu Bayer Leverkusen
Polen Robert Lewandowski Bayern München

 

 

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