1. FC Köln: Die Hoffnung schwindet

Nach einem furiosen Start ins neue Jahr mit Siegen gegen Borussia Mönchengladbach (2:1) und beim Hamburger SV (2:0) hat die Aufbruchstimmung beim 1. FC Köln zuletzt wieder arg gelitten. Konnte man das 1:1 gegen den FC Augsburg noch als akzeptables Ergebnis einordnen, wenn anschließend gepunktet würde, ist letzteres eben nicht gelungen.

Nach dem unglücklichen 2:3 gegen Borussia Dortmund, als sich eine euphorisch auf den Sieg spielende Kölner Mannschaft naiv auskontern ließ und so nicht einmal einen Punkt behalten durfte, verloren die Geißböcke am gestrigen Samstag mit 2:4 bei Eintracht Frankfurt und das völlig verdient. Dass der Hamburger SV (0:2 in Dortmund) und der 1. FSV Mainz 05 (2:4 bei der TSG 1899 Hoffenheim) ebenfalls verloren haben, wodurch der Rückstand auf den Relegationsplatz bei sieben Punkten blieb, war neben dem Doppelpack des weiter treffsicheren Wintereinkaufs Simon Terodde schon das einzig Positive an einem gebrauchten Nachmittag aus FC-Sicht.

Von Anfang an nutzte die Eintracht teils gravierende Kölner Defizite in puncto Schnelligkeit und Stellungsspiel clever aus, während die Offensive lange Zeit nur aus weiten Schlägen von Torwart Timo Horn bestand. Und als der FC nach der Pause mit etwas verbesserter Performance zum Ausgleich kam, brachen wieder einmal zwei Standardgegentore den Domstädtern das Genick.

Ruthenbeck räumt Fehler ein

Insgesamt war es ein völlig verkorkster Auftritt der Geißböcke, woran Trainer Stefan Ruthenbeck sicher auch seinen Anteil hatte. Die beiden offensiven Außenbahnen mit Salih Özcan und Milos Jojic zu besetzen, die beide eigentlich zentrale Spieler und keine Sprinter sind, war sicher ein gravierender Fehler. Auch deshalb wurden die Außenverteidiger Jonas Hector und Frederik Sörensen, der sich wiederholt in schwacher Verfassung mit teils bundesligaunwürdigen technischen Fehlern präsentierte, fortwährend überlaufen. Und letztlich war auch der in die Startelf zurückgekehrte Kapitän Matthias Lehmann, der seinen Zenit mehr und mehr überschritten zu haben scheint, eune Fehlbesetzung.

Ruthenbeck ist aber hoch anzurechnen, die Schuld nicht bei anderen zu suchen: „Heute sind ein paar Dinge nicht so aufgegangen, wie ich sie mir vorgestellt habe. Auch ich habe heute definitiv Fehler gemacht, und das werde ich meinen Spielern auch so sagen. Da bin ich letztendlich der Trainer und da nehme ich mich voll in die Verantwortung.“

Letztlich wird es dem FC aber nur helfen, wenn alle Beteiligten aus diesen Fehlern lernen und das möglichst schnell. Denn schon gegen Hannover 96 am nächsten Samstag würde alles andere als ein Sieg wohl auch die letzte Resthoffnung auf die Rettung rauben.