Hamburger SV: Auch Bernd Hollerbach wohl weg – Christian Titz als interne Lösung

© von Patrick Kiss (https://www.flickr.com/photos/patkiss/4544769813) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Zwei Tage vor dem Gastspiel am Samstag beim FC Bayern München mussten vergangene Woche Klubboss Heribert Bruchhagen und Sportdirektor Jens Todt gehen. Zwei Tage nach dem 0:6-Debakel beim deutschen Rekordmeister, bei dem der Hamburger SV einmal mehr einen Offenbarungseid abgeliefert hat, steht nun allem Anschein nach auch Trainer Bernd Hollerbach vor dem Aus.

Als Retter verpflichtet hat Hollerbach aus sieben Spielen nur drei Punkte geholt und kein einziges Mal gewonnen. Der Glaube, in der vorhandenen Konstellation noch die Rettung schaffen zu können, geht inzwischen gegen Null. Auch deshalb denkt man beim HSV offenkundig nicht nur darüber nach, nochmals die Reißleine zu ziehen, sondern wird dies laut „Kicker“ wohl auch machen.

Dem Fachblatt zufolge wird Hollerbach durch den bisherigen U21-Trainer Christian Titz ersetzt, der zunächst bis zum Ende der Saison amtieren und nach Möglichkeit natürlich noch die Rettung schaffen soll. Der 46-Jährige, der mit der zweiten Mannschaft in der Regionalliga Nord auf Meisterschaftskurs liegt und nach jetzigem Stand im Mai um den Aufstieg in die 3. Liga spielen dürfte, darf sich zugleich einige Wochen lang beweisen. Dass Titz über diese Saison hinaus als Dauerlösung in Frage kommt, ist aktuell nicht auszuschließen, wenn auch eher unwahrscheinlich.

Auch Mainz und Wolfsburg punkten nicht

Klar ist, dass Hollerbach nicht zum Sündenbock taugt, hat der ehemalige HSV-Profi doch eine völlig verunsicherte und komplett falsch zusammengestellte Mannschaft übernommen, die schlichtweg zu wenig Qualität besitzt, um in der Bundesliga regelmäßig zu punkten. In erster Linie dürfte es den HSV-Verantwortlichen auch mit Blick auf die kaum bessere Konkurrenz aus Mainz und Wolfsburg, die am Wochenende auch wieder verloren hat, darum gehen, noch einmal für einen neuen Impuls zu sorgen.

Denn klar ist auch, dass der HSV mit zwei Siegen in Folge wohl wieder dick im Geschäft wäre und das Wunder zumindest in den Bereich des Möglichen rücken würde. Hollerbach, der rund um das Debakel in München nicht den Eindruck erweckte, noch einmal für einen Aufschwung sorgen zu können, wird der Klassenerhalt offenkundig nicht mehr zugetraut. Der erst vor wenigen Wochen geschlossene Vertrag bis 2019 wird aller Voraussicht nach also in Kürze schon wieder hinfällig sein.