Bayern „bereit“ für Revanche gegen Real

Spannung am Mittwoch ! / Shutterstock.com

„Wir werden bereit sein.“ Unmittelbar im Anschluss an die Halbfinal-Auslosung der Champions League in Nyon zeigte sich Jerome Boateng fokussiert. Das Los für den FC Bayern München war wie bereits im Viertelfinale der Vorsaison auf den amtierenden Champions League Sieger Real Madrid gefallen.

Am Mittwoch, den 25. April 2018, hat das Warten ein Ende. Um 20:45 Uhr wird Schiedsrichter Björn Kuipers das Hinspiel des Krachers in der Münchner Allianz Arena anpfeifen, ehe eine Woche später das Rückspiel zwischen dem deutschen Rekordmeister und den Spaniern im Estadio Santiago Bernabéau steigt.

Wie auch der Münchner Innenverteidiger Jerome Boateng weiß, stehen „aufregende Spiele“ an. Nicht umsonst handelt es sich bei den beiden Topteams um Halbfinal-Stammgäste. Während der FC Bayern München in den letzten sieben Jahren nur ein einziges Mal nicht in die Runde der letzten Vier vordringen konnte, steht Real zum achten Mal in Folge in einem Halbfinale der Champions League. Im Vorjahr fiel die Entscheidung über das Weiterkommen nach einem torreichen Schlagabtausch und diversen strittigen Schiedsrichterentscheidungen. Erst in der Verlängerung setzten sich die Madrilenen gegen die Bayern durch. Dass das anstehende Aufeinandertreffen Spannung verspricht, verrät nicht zuletzt die bisherige Champions League Saison der beiden Titelanwärter.

Real Madrid – Der Weg ins Halbfinale

In Gruppe H traf Real Madrid auf Borussia Dortmund, Tottenham Hotspur und APOEL Nikosia. Wer hier mit einem spannenden Dreikampf zwischen den Teams aus Madrid, Dortmund und London gerechnet hatte, sah sich auf dem Holzweg. Die formschwache Borussia enttäuschte auf ganzer Linie, sodass Real und Tottenham den Gruppensieg unter sich ausmachten. Überraschender Weise mussten die Spanier um Trainer Zinedine Zidane gegen die Vertreter aus London eine Niederlage sowie ein Unentschieden hinnehmen und schafften es lediglich auf den zweiten Gruppenplatz.
Folgerichtig wartete im Achtelfinale mit dem französischen Meister Paris Saint-Germain der erste dicke Brocken auf die Madrilenen. Mit zwei Siegen und dem souveränen Einzug ins Viertelfinale untermauerten die Spanier erstmals ihre Titelambitionen.
Im Viertelfinale deutete nach einem 3:0 Sieg in Turin vieles auf ein ebenso eindrucksvolles Weiterkommen hin. Im Rückspiel schnupperte Juventus dennoch an der Sensation. Mit einer drei Tore Führung schien die Verlängerung für die Italiener greifbar nahe, ehe Christiano Ronaldo nach einem Benatia-Foulspiel in der Nachspielzeit per Elfmeter zum 1:3 traf und damit seinem Team zum Weiterkommen verhalf.
Ronaldo wird für die Münchner, der Spieler im Fokus sein. Mit 15 Toren im bisherigen Wettbewerb ist der Portugiese der mit Abstand gefährlichste Torschütze und nach den Erfahrungen der Vorjahre für den FC Bayern der Spieler, auf den es zu achten gilt.
Was das Personal angeht, kann Real aus dem Vollen schöpfen. Einzig Verteidiger Nacho könnte wegen Oberschenkelproblemen für die Partie ausfallen.

FC Bayern München – Der Weg ins Halbfinale

Für die Münchner setzte es bereits im zweiten Spiel der Gruppe B einen herben Dämpfer. In Paris unterlag der deutsche Rekordmeister mit 3:0, was die Entlassung des Trainers Carlo Ancelotti zur Folge hatte. Trotz anschließender Siege unter Jupp Heynckes erreichte der FC Bayern ebenso wie Real Madrid lediglich Platz zwei im Abschlusstableau der Gruppenphase.
Im Achtelfinale ging das Team um den verletzten Kapitän Manuel Neuer so den Madrilenen aus dem Weg. Stattdessen fertigten die Süddeutschen Beşiktaş Istanbul im Hinspiel mit 5:0 ab und zeigten erstmals ihre Klasse. Für das Weiterkommen gegen den FC Sevilla war im sich anschließenden Viertelfinale ein Kraftakt erforderlich. Nach einem 2:1 Auswärtserfolg genügte in der Allianz Arena ein torloses Remis für das Weiterkommen.
Im Halbfinale müssen die Bayern auf Antreiber Arturo Vidal verzichten, der wegen einer Kapselverletzung für den Rest der Saison ausfällt. Insgesamt wirkt das Team von Jupp Heynckes wieder gefestigt. Neben Thomas Müller hat insbesondere der Franzose Franck Ribery im Münchner Offensivspiel zuletzt zu alter Form zurückgefunden. Defensiv hat die Versetzung des Spaniers Javi Martinez ins Zentrum vor der Vierer-Abwehrkette für Stabilität gesorgt.

Ausblick

Folgt man der Meinung der Buchmacher, ist der Vorjahressieger Real Madrid für den Finaleinzug leicht favorisiert. In Anbetracht dessen, dass Real nicht nur in der Champions League, sondern auch in der heimischen Meisterschaft den Rasen zuletzt immer wieder sieglos verließ, dürfte sich der FC Bayern dennoch Chancen ausrechnen. Rechtsverteidiger Joshua Kimmich, der mit seinem Team die deutsche Meisterschaft sicher hat, sieht ebenfalls positiv in die Partie, sofern die Münchner Christiano Ronaldo im Verbund „als ganzes Team ausschalten“.