Atlético Madrid gewinnt die Europa-League zum dritten Mal

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Olympique Marseille – Atlético Madrid 0:3

Die spanischen Favoriten haben sich auf den offensichtlichen Lieblings-Wettbewerb spezialisiert und dafür gesorgt, dass ihr Vereinsname nach 2010 und 2012 auch 2018 auf den silbernen Cup graviert wird. Finalgegner Olympique Marseille zeigte dabei zumindest die ersten zwanzig Minuten, wie erbittert südfranzösische Gegenwehr aussehen kann. Kurz nach Spielbeginn gab es direkt eine Riesenchance für den Außenseiter, als Spielmacher Dimitri Payet einen Steilpass auf Valère Germain spielte. Der Stürmer vergab knapp, kurz vor Torwart Jan Oblak, und wurde fortan von Atléticos Abwehr schwer beharkt.

Nach 21 Minuten unterlief OM der spielentscheidende Fehler: Torhüter Steve Mandanda geriet unter Druck, spielte den Ball fest zu André-Franck Zambo, der ihn nicht kontrollieren konnte. Gabi reagierte schnell, gab Antoine Griezmann die Vorlage und das 1:0 war da. Ausgerechnet jetzt fiel auch noch Payet verletzt aus, der schon nicht ganz fit ins Spiel gegangen war. Unter Tränen verließ er den Platz, denn auch sein WM-Traum ist in Gefahr.

Ein Regenguss ab der Pause sorgte dafür, dass der Rasen durchweichte und der stellvertretende Atlético-Trainer Germán Burgos patschnass an der Seitenlinie stand. Cheftrainer Diego Simeone beobachtete das Geschehen aufgrund seiner Sperre für ungebührliches Verhalten aus der trockenen Loge. Währenddessen sorgten insbesondere die Olympique-Fans für adäquate Stimmung durch ihre gesangliche Leistung, inklusive massiven Einsatzes von Pyrotechnik und Rauchfackeln. Die Vernebelung des Groupama Stadiums in Lyon war jedoch nie zu dicht, um nicht mehr weiterspielen zu können.

Marseilles Bemühungen mehr Initiative zu zeigen wurden von den Madrider Routiniers im Keim erstickt. Bei jedem Angriffs-Spielzug rückten die Spanier aggressiv heraus und erlaubten kaum irgendeine Art von Spielaufbau. Nur der offensive Außenverteidiger Bouna Sarr, Luiz Gustavo und mit Abstrichen der eingewechselte Clinton N’Jie schienen beherzt genug zu sein, etwas drehen zu können. Gegen Atléticos ausgereifte Strategie wirkten die Bemühungen jedoch ziemlich naiv. In der 49. Minute bestrafte erneut Griezmann die Frechheit von OM mit einem simplen Heber, eingeleitet durch Koke.

Es gab noch einmal eine tolle Gelegenheit für den eingewechselten Kostas Mitroglou, der eine Flanke beinahe zum Anschlusstreffer genutzt hätte. Der Kopfball landete aber am Innenpfosten. Kurz vor Abpfiff nutzte Atléticos Kapitän Gabi die Gelegenheit zu einem satten Rechtsschuss, als der Ball eher zufällig von Koke zu ihm gelangte. Das 3:0 für die Rojiblancos. Daraufhin pfiff Schiedsrichter Björn Kuipers aus den Niederlanden ab. Abgezockt und effizient zeigten sich an diesem Tag die Sieger mit einem gut aufgelegten Antoine Griezmann, der nur wenige Kilometer von Austragungsort Lyon in Mâcon geboren wurde.

Aufstellung im Finale der Europa League, Mittwoch 16. Mai 2018 – 20:45 Uhr:

Olympique Marseille

Mandanda – Sarr, Rami, Luiz Gustavo, Amavi – Zambo, Sanson – Thauvin, Payet, Ocampos – Germain

Eingewechselt: Lopez (für Payet 32.), N’Jie (für Ocampos 55.), Mitroglou (für Germain 74.)

Atlético Madrid

Oblak – Vrsaljko, Gimenez, Godin, Lucas – Saul Niguez, Gabi, Koke – Griezmann, Diego Costa

Eingewechselt: Juanfran (für Vrsaljko 46.), Thomas (für Correa 88.), Torres (für Griezmann 90.)

 

Tore:

0:1 Griezmann (21. Minute, Vorlage Gabi)

0:2 Griezmann (49. Minute, Vorlage Koke)

0:3 Gabi (89. Minute, Vorlage Koke)

 

Zuschauer:

55.768