Nationalmannschaft: Tritt Bundestrainer Joachim Löw zurück?

von Florian K (WorldcupWiki) [GFDL oder CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Zum ersten Mal in der Geschichte der Fußball-WM ist eine deutsche Nationalmannschaft bereits in der Vorrunde gescheitert. Und es besteht Einigkeit darüber, dass es die Auswahl des DFB angesichts der gegen Mexiko (0:1), Schweden (2:1) und am gestrigen Mittwoch Südkorea (0:2) gezeigten Leistungen auch nicht verdient gehabt hätte, ins Achtelfinale einzuziehen.

Wenig überraschend begann medial direkt nach dem Aus der Versuch, die Geschehnisse aufzuarbeiten und im Zuge dessen auch die Suche nach den Verantwortlichen. Zwangsläufig führt dabei kein Weg daran vorbei, die Arbeit von Bundestrainer Joachim Löw zu hinterfragen, der bereits mächtig in der Kritik steht. Die Nicht-Nominierung von Leroy Sane, der als frecher Dribbler dem viel zu statischen Spiel der deutschen Elf gerade gegen Südkorea frischen Wind hätte verleihen können, eine falsche Taktik gegen Mexiko oder der Umgang mit der Affäre Özil / Gündogan sind nur einige Punkte, die Löw vorgeworfen werden.

Der Bundestrainer freilich betonte nach Spielschluss im „ZDF“, sich diesen Fragen nach einer kurzen Phase der Verarbeitung stellen zu wollen: „Natürlich bin ich der Erste, der sich jetzt hinterfragen muss. Da stehe ich natürlich in der Verantwortung, muss aber auch erst einmal eine Nacht drüber schlafen. Denn jetzt bin ich auch erst einmal einfach nur frustriert. Da braucht man erst einmal ein paar Stunden, um wieder klar zu sehen. Denn das hätte ich mir nicht vorstellen können, dass wir dann auch noch gegen Südkorea verlieren.“

Löw lässt seine Zukunft noch offen

Ob und wie es mit Löw weitergeht, ist derweil offen. Auf die Frage nach seiner persönlichen Zukunft blieb der 58-Jährige, der seinen Vertrag erst vor kurzem bis 2022 verlängert hat, kurz nach Spielende eine Antwort noch schuldig: „Es ist zu früh für mich, die Frage zu beantworten. Die Enttäuschung ist tief in mir drin. Jetzt brauchen wir erst einmal ein paar Stunden, ehe wir morgen darüber sprechen werden, wie es weitergeht.“

Während Manager Oliver Bierhoff davon ausgeht, dass Löw seine Arbeit fortsetzen wird, scheint ein Verbleib des Bundestrainers aber nicht mehr sicher. Zu klären gilt es überdies auch die Zukunft einiger Spieler wie Mesut Özil oder Sami Khedira, deren Rücktritte nicht auszuschließen sind.