Hamburger SV: Investor Kühne plant den kompletten Ausstieg

© von Patrick Kiss (https://www.flickr.com/photos/patkiss/4544769813) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Mit der herben 0:3-Niederlage im eigenen Stadion gegen Holstein Kiel hat der Hamburger SV einen kapitalen Fehlstart in die neue Saison hingelegt, diesen inzwischen aber vergessen lassen. Nach dem 3:0-Erfolg beim SV Sandhausen zog der ehemalige Bundesliga-Dino mit einem 5:3 beim TuS Erndtebrück in die zweite Runde des DFB-Pokals ein und legte dann einen 3:0-Sieg gegen Arminia Bielefeld nach, ehe das für vergangenes Wochenende angesetzte Gastspiel bei Dynamo Dresden kurzfristig wegen zu wenig verfügbarer Sicherheitskräfte abgesagt werden musste.

Die aufgrund der aktuellen Länderspielpause lange Zeit ohne Pflichtspiel überbrückte die Mannschaft von Trainer Christian Titz mit einem 2:1-Sieg im Testspiel gegen Eintracht Braunschweig. Dass dabei Pierre Michel Lasogga, der mit je zwei Toren im Pokal und der Liga die interne Torschützenliste anführt, verletzt ausgewechselt wurde, bereitete den HSV-Verantwortlichen nur kurzzeitig Sorgen. Denn rasch war klar, dass der Angreifer keine schwerwiegende Blessur am Oberschenkel erlitten hat und schon zu Beginn der neuen Woche wieder voll trainieren soll.

Wäre nach Kyriakos Papadopoulos, Gideon Jung und Jairo auch Lasogga noch längerfristig ausgefallen, wäre das zum jetzigen Zeitpunkt ein besonders schwerer Schlag gewesen, hätte der HSV doch allenfalls noch auf dem Markt der vertragslosen Profis nach Ersatz suchen können.

Kühne will seine Anteile verkaufen

Und dabei hätten die Hanseaten auch nur kleine Lösungen realisieren können, ist die wirtschaftliche Lage doch weiterhin angespannt, obwohl der Gehaltsetat deutlich gesenkt und im Sommer ein Transferplus von 16,40 Millionen Euro erzielt werden konnte.

Deutlich zu spüren ist, dass der langjährige Investor Klaus-Michael Kühne im Sommer nicht helfend unter die Arme gegriffen hat. Das freilich wird künftig zum Dauerzustand, denn Kühne hat nun in der „Welt am Sonntag“ angekündigt, komplett aussteigen zu wollen. „Es ist ein Drama, wie der Verein in sich zusammengefallen ist. Ich sehe im Moment kein Konzept, für das es sich lohnt, weiterhin Geld zu investieren.“

Dass von Vereinsseite eine Aufstockung von Kühnes Anteilen von gut 20 auf 35 Prozent abgelehnt wurde, ist letztlich auch ein Grund für den bevorstehenden Ausstieg.“Das ärgert mich. Deshalb will ich meine Anteile loswerden“, so Kühne, der noch keinen Käufer gefunden hat, zugleich aber auch nicht ausschließen will, eines Tages wieder einzusteigen.