Hamburger SV: Debakel gegen Regensburg – Folgt eine Reaktion?

© von Patrick Kiss (https://www.flickr.com/photos/patkiss/4544769813) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Nach der 0:3-Auftaktpleite gegen Holstein Kiel schien der Hamburger SV in der 2. Bundesliga angekommen. Inklusive DFB-Pokal fuhren die Hanseaten fünf Siege in Folge ein und nahmen klaren Kurs in Richtung direkter Wiederaufstieg. Am gestrigen Sonntag setzte es nun allerdings einen Dämpfer, der kaum heftiger ausfallen hätte können als mit der 0:5-Niederlage im eigenen Stadion gegen den SSV Jahn Regensburg, der zuvor aus vier Begegnungen lediglich einen Zähler geholt hatte.

Doch der HSV präsentierte sich gegen die Oberpfälzer in allen Bereichen extrem fehlerhaft, beginnend mit Torhüter Julian Pollersbeck, der vor dem ersten Gegentreffer den Ball an den späteren Hattrick-Schützen Sargis Adamyan verlor. Aber auch die Innenverteidigung mit Rick van Drongelen und Leo Lacroix sowie der schon nach einer guten halben Stunde ausgewechselte Sechser Matti Steinmann erwischten einen schwarzen Tag. Ebenso wie in der Offensive Kapitän Aaron Hunt, der mit einem kläglich verschossenen Elfmeter die Chance zum 1:3 liegen ließ, aber dafür zumindest nach Spielschluss klare Worte fand.

„Ich muss ganz ehrlich sagen, es hat sich in den letzten Wochen schon ein bisschen angedeutet. Ich will nicht blauäugig durch die Saison gehen. Wir geben den Gegnern seit Wochen zu viele Torchancen. Wir haben schon gegen Heidenheim und in Dresden mit nur viel Glück gewonnen. Wir machen seit Wochen eine Menge individuelle Fehler. Diesmal hat der Gegner es brutal bestraft“, so Hunt, der indes „nicht alles über den Haufen werfen, sondern die Fehler abstellen“ will.

Lasogga und Narey nur auf der Bank

Die vielfach kritisierte Rotation von Trainer Christian Titz, der im Vergleich zum 1:0-Sieg im Nachholspiel in Dresden gleich auf sechs Positionen wechselte und unter anderem mit Khaled Narey und Pierre-Michel Lasogga seine beiden besten Torschützen zunächst draußen ließ, sieht Hunt derweil nicht als Kernproblem.

Dennoch wäre es sicherlich hilfreich, würde sich zeitnah eine funktionierende Achse finden, wobei in dieser Hinsicht besonders der Trainer gefragt ist. Titz nahm nach der Pleite kein Blatt vor den Mund und übte in der „Morgenpost“ offene Kritik an den fehlenden Basics: „Beängstigend war, wie wir heute verteidigt haben. Die schwache Zweikampfquote und die vielen individuellen Fehler haben wesentlich zum hohen Ergebnis beigetragen.“

Schon am Donnerstag hat der HSV die Gelegenheit, es bei der SpVgg Greuther Fürth besser zu machen. Man darf gespannt sein, welche Mannschaft Titz dann auf den Platz schicken wird. Von Experimenten ist indes nicht auszugehen.