1. FC Köln: Ein Dämpfer ausgerechnet gegen Schlusslicht Duisburg

Der 1. FC Köln hat die große Chance liegen lassen, sich schon nach neun Spieltagen vom Rest der 2. Bundesliga etwas abzusetzen. Mit einem Sieg gegen den MSV Duisburg hätten die Geißböcke stattliche fünf Punkte Vorsprung auf Platz zwei gehabt, doch am Montagabend setzte es gegen das Schlusslicht eine ebenso überraschende wie nicht unverdiente 1:2-Niederlage.

Von der ersten Minute an agierte der FC im eigenen Aufbauspiel äußerst fehlerhaft und leistete sich selbst ohne Bedrängnis Ballverluste, die der MSV immer wieder zu gefährlichen Gegenangriffen nutzte. Einer der Ballverluste, vom erneut nicht überzeugendenen Rechtsverteidiger Matthias Bader, führte nach neun Minuten zu einer Ecke, die die noch sieglos, aber mit neuem Trainer Torsten Lieberknecht angereisten Gäste zur Führung nutzten. Der FC kam zwar ebenfalls nach einer Ecke durch Jonas Hector zum Ausgleich und präsentierte sich im zweiten Durchgang auch verbessert, doch wie schon häufiger fehlte im Kölner Spiel die Balance, was beim Bemühen um das zweite Tor in der 73. Minute in einen Konter mündete, den Bader unglücklich per Eigentor zum zweiten Treffer des MSV abschloss.

Danach war die Mannschaft von Trainer Markus Anfang zwar bemüht, doch gegen einen ebenso leidenschaftlich wie taktisch disziplinierten Gegner aus Duisburg fehlten dem 1. FC Köln die Mittel. Auch deshalb, weil Torjäger Simon Terodde abgesehen von zwei Abschlüssen im zweiten Durchgang nahezu abgemeldet war und die Kreativkräfte Louis Schaub und Dominick Drexler keinen guten Tag erwischten.

Klare Worte von Horn und Anfang

Immerhin nahm nach dem Schlusspfiff kein Kölner ein Blatt vor den Mund. „Wenn der Erste gegen den Letzten verliert, können wir nicht zufrieden sein. Es kann nicht unser Anspruch sein, so ein Spiel abzuliefern. Wir wissen, das war nicht gut“, fand Torwart Timo Horn, der beim 0:1 unglücklich aussah, aber noch vor der Pause einen zweiten Gegentreffer verhinderte, gegenüber dem „geissblog.koeln“ klare Worte.

Ähnlich äußerste sich auch Trainer Anfang: „Ich weiß nicht, ob es verdient ist, dass wir das Spiel verloren haben. Aber wir hätten nicht verdient gehabt zu gewinnen. Das ist nicht der Anspruch, den wir haben.“

In der Länderspielpause gilt es nun, die vielen leichten Fehler abzustellen und auf die Partie bei Holstein Kiel hinzuarbeiten, wo der FC seine bislang makellose Auswärtsbilanz von vier Siegen in vier Spielen weiter ausbauen möchte. Marcel Risse, der nach einer Weisheitszahn-OP gegen Duisburg fehlte, wird dann wohl wieder zur Verfügung stehen.