Deutschland: Diskussionen um Joachim Löw nehmen Fahrt auf

von Florian K (WorldcupWiki) [GFDL oder CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Die Krise der deutschen Nationalmannschaft setzt sich fort. Nachdem ein 0:0 zum Auftakt der Nations League gegen Weltmeister Frankreich und ein 2:1-Sieg gegen Peru Anfang September noch als ordentlicher Neubeginn nach der völlig verkorksten WM 2018 zu werten waren, kassierte die DFB-Elf am Samstagabend am zweiten Spieltag der Nations League in den Niederlanden eine deutliche 0:3-Niederlage und steht nun im neugeschaffenen Wettbewerb bereits mit dem Rücken zur Wand.

Gelingt am Dienstag in Frankreich kein Sieg, wird Deutschland den Abstieg aus der obersten Division der Nations League kaum mehr vermeiden können, was natürlich ein weiterer Imageschaden für den deutschen Fußball wäre. Dabei hätte die Begegnung am Samstagabend in Amsterdam durchaus auch anders laufen können, wie Mats Hummels am Mikrofon des ZDF nicht ganz zu Unrecht anmerkte: „Das ist eine Frage der fehlenden Chancenverwertung. Eindeutig. Ich weiß nicht, ob man es anders sehen kann, aber wir verlieren ein Spiel mit 0:3, das wir meiner Meinung nach gewinnen müssen.“

Dass Deutschland in der Schlussphase aber jegliche Organisation verlor und letztlich noch zwei Gegentreffer eingeschenkt bekam, war auch ein Zeichen dafür, dass die Abläufe im Team von Bundestrainer Joachim Löw, dem letztlich auch 21:14 Torschüsse, 60 Prozent Ballbesitz und 52 Prozent gewonnene Zweikämpfe nichts nützten, nicht passen.

Frankreich als Schlüsselspiel für Löw?

Zwangsläufig rückt dadurch auch der Bundestrainer wieder ins Zentrum von Diskussionen. Löw selbst jedenfalls ließ schon nach dem Spiel in Amsterdam die Erwartung durchklingen, dass die Trainerfrage neu entflammt. „Damit muss man rechnen. Das ist völlig normal, da habe ich auch Verständnis für.“

Davon freilich will sich Löw nicht beeinflussen lassen, sondern die Mannschaft optimal auf die denkbar schwere Aufgabe in Frankreich vorbereiten, wo es laut Aussage des 58-Jährigen auch darum geht, „Charakter zu zeigen“.

Gelingt das in Paris nicht und steht unter dem Strich wieder eine klare Niederlage, dürfte es für den Bundestrainer aber ungemütlich werden. Zuletzt betonten die Verantwortlichen um DFB-Präsident Reinhard Grindel zwar stets, weiterhin volles Vertrauen in Löw zu haben und den Neuaufbau beim seit 2006 amtierenden Bundestrainer in besten Händen zu wissen, doch im Falle eines erneuten Debakels würde der öffentliche Druck wohl enorm.