1. FC Magdeburg: Michael Oenning offenbar der neue Trainer

Wie eng Glück und Pech im Fußball oft zusammenliegen und damit auch persönliche Schicksale beeinflussen, wurde bei der Begegnung des 1. FC Magdeburg am Sonntag gegen den SSV Jahn Regensburg überdeutlich. Hätten die Gastgeber, die zuvor schon eine 2:1-Führung verspielt hatten, in der Schlussminute im Anschluss an einen eigenen Eckball die Chance zum 3:2-Siegtor genutzt anstatt im Gegenzug per Konter das 2:3 zu kassieren, wäre Jens Härtel wohl weiterhin Trainer des Aufsteigers.

So aber musste der 49 Jahre alte Fußball-Lehrer nach über vier Jahren in Magdeburg, in denen er den Europapokalsieger von 1974 aus der Regionalliga in die 2. Bundesliga führte, wegen einer in der Tat mauen Zwischenbilanz von neun Punkten aus 13 Spielen gehen. „Mit Blick auf die Weiterentwicklung der Profimannschaft innerhalb des laufenden Wettbewerbs in der 2. Bundesliga haben wir nach fortwährender offener Analyse festgestellt, dass die für diese Saison gesteckten Ziele aktuell stark gefährdet sind. Es ist und bleibt unser oberstes Ziel, auch in der Saison 2019/20 als Verein in der 2. Bundesliga zu spielen“, begründete Geschäftsführer Mario Kallnik die Trennung von Härtel und dessen Assistenten Ronny Thielemann.

Silvio Bankert bleibt hingegen Assistenztrainer und wird laut Aussage von Kallnik in einer PK am gestrigen Dienstag etwas mehr in die Verantwortung rücken. So wird Bankert auch am heutigen Mittwochvormittag das Training leiten, ehe dann am Mittag schon der neue Chefcoach präsentiert werden soll.

Oenning zuletzt in Ungarn

Nachdem seit der Entlassung Härtels mehrere Namen von Uwe Neuhaus über Marco Kurth bis zu Peter Stöger die Runde gemacht haben, scheint die Wahl der Magdeburger Verantwortlichen nun auf Michael Oenning gefallen zu sein. Nach Informationen der „Bild“ übernimmt der 53 Jahre alte Fußball-Lehrer, der zuletzt in Ungarn Vasas Budapest unter seinen Fittichen hatte, das Kommando beim FCM.

Welche Aufgaben auf Oenning, der einst den 1. FC Nürnberg in die Bundesliga führte und später auch mit allerdings eher überschaubarem Erfolg Trainer des Hamburger SV war, warten, macht Kallnik am Dienstag auch klar: „Unser Prunkstück war immer die Defensive. Wir haben die letzten vier Spiele verloren und wir haben keine Stammformation“, kritisierte der Geschäftsführer zumindest zwischen den Zeilen auch nochmal den entlassenen Härtel, der keine funktionierende Elf gefunden hat.