Hannover 96: Transfererlöse mit Eigengewächsen? – Verein erwartet keine DFL-Sanktionen

© von Tim Rademacher (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Um Hannover 96 gab es am gestrigen Mittwoch reichlich Aufregung. Laut einem Bericht der „Sport Bild“ droht den Niedersachsen aufgrund vorgenommener Satzungsänderung der höchste Punktabzug in der Geschichte der Bundesliga, der mutmaßlich gleichbedeutend mit dem erneuten Abstieg in die zweite Liga wäre.

Der Verein freilich hat schnell reagiert und in einer Stellungnahme dementiert, dass Sanktionen seitens der DFL drohen: „Die Änderung des Gesellschaftsvertrages bei der Hannover 96 KGaA ist begründet und orientiert sich am Regelwerk der Deutschen Fußball-Liga (DFL). Hierzu gibt es einen Schriftverkehr mit der DFL, und es werden Gespräche geführt. Ziel ist die Stabilität und der Erhalt der Substanz von Hannover 96. Weitergehende Entscheidungen erwarten wir nicht“, teilten die Niedersachsen auf ihrer Webseite mit. Nichtsdestotrotz dürfte gerade beim Anhang eine gewisse Sorge bleiben, solange in Sachen Vereinspolitik keine Klarheit herrscht.

Während eine außerordentliche Mitgliederversammlung wohl kurz bevorsteht, bei der weitreichende Änderungen inklusive dem Aus von Klubboss Martin Kind und seinen Übernahmeplänen im Bereich des Möglichen scheinen, ist die Lage auch sportlich angespannt. Nach nur neun Punkten aus den ersten zwölf Spielen ist ein Heimsieg am Samstag gegen Hertha BSC nahezu Pflicht, um nicht langfristig im Tabellenkeller hängen zu bleiben und den Anschluss ans Mittelfeld zu verlieren.

Mehrere Spieler mit hohem Marktwert

Finanziell gehört Hannover 96 unterdessen zu den Kleinen der Liga und wird die laufende Saison laut Aussage von Martin Kind in „Bild“ mit einem deutlich zweistelligen Millionen-Verlust abschließen. Nur die Aufsteiger 1. FC Nürnberg und Fortuna Düsseldorf weisen einen noch niedrigeren Umsatz auf, womit schnell erklärt ist, warum Hannover Probleme damit hat, mit der Konkurrenz Schritt zu halten.

Um künftig mehr Geld in die Mannschaft investieren und die Substanz im Kader erhöhen zu können, hofft man in Hannover laut „Bild“ auf hohe Transfererlöse durch selbst ausgebildete oder weiterentwickelte Spieler. Mit dem Brasilianer Walace, der in Hannover die Rückkehr in die Nationalmannschaft geschafft hat und eine Ausstiegsklausel über 35 Millionen Euro besitzt, sowie Niclas Füllkrug und Waldemar Anton stehen durchaus einige Spieler im Kader, die einen Marktwert in zweistelliger Millionenhöhe haben.

Das könnte auf absehbare Zeit auch auf Ihlas Bebou und Linton Maina zutreffen, sofern die beiden jungen Offensivspieler ihre Entwicklung fortsetzen. Verbunden mit Verkäufen wäre aber freilich auch ein Qualitätsverlust, der nicht ohne Weiteres zu kompensieren sein dürfte.