1. FC Köln: Kommt Kingsley Schindler? – Was wird aus Anthony Modeste?

Die am 17. November bei der Verkündung der Rückholaktion vorhandene oder zumindest verbreitete Hoffnung, dass Anthony Modeste noch vor Weihnachten wieder ins Trikot des 1. FC Köln schlüpfen wird, hat sich inzwischen komplett zerschlagen. Doch nicht nur das. Vielmehr ist im Moment völlig offen, ob und wann der Franzose wieder mit dem Geißbock auf der Brust auflaufen wird.

Die FIFA erkannte zwar in einem vergangene Woche gefällten Urteil die Forderung Modestes gegen Tianjin Quanjian nach ausgebliebenen Zahlungen an, erklärte aber gleichzeitig, dass die Kündigung des Angreifers beim chinesischen Klub „ohne triftigen Grund“ erfolgt sei.

Folglich war Modeste im November nicht ohne Vertrag und hätte nicht beim FC unterschreiben dürfen. Wie es nun weitergeht, ist noch unklar. Insbesondere auch deshalb, weil die Urteilsbegründung noch nicht vorliegt. Bis dahin will Geschäftsführer Alexander Wehrle laut seiner Aussage gegenüber dem „Express“ abwarten: „Wir sind nicht Verfahrensbeteiligte. Es gibt für uns keinen neuen Sachstand. Wir werden, wie am Freitag mitgeteilt, die Urteilsbegründung abwarten.“

Zusammen mit Modestens Anwalt Markus Buchberger, der auf die Urteilsbegründung zumindest noch vor Weihnachten hofft, wird der 1. FC Köln dann die weiteren Schritte besprechen. Nicht ausgeschlossen ist, dass der Angreifer vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) ziehen wird, um seine Forderungen vollumfänglich durchzusetzen.

Mehrere Interessenten für Schindler

Der 1. FC Köln muss sich derweil dank des hervorragend funktionierenden Sturmduos mit Simon Terodde und Jhon Cordoba zwar keine Sorgen um die offensive Durchschlagskraft machen, doch die winterlichen Transferaktivitäten der Geißböcke könnten durch den Fall Modeste schon beeinflusst werden. Eigentlich ging man auch nach entsprechenden Äußerungen von Geschäftsführer Armin Veh davon aus, dass nach der Modeste-Verpflichtung im Winter kein Neuer mehr kommen würde und stattdessen Abgänge von Akteuren aus der zweiten Reihe wie Simon Zoller oder Frederik Sörensen Priorität haben.

Geht Zoller aber ohne dass Modeste spielberechtigt ist, würde sich die Auswahl im Offensivbereich verringern, zumal auch abzuwarten bleibt, wie Christian Clemens nach langer Verletzungspause wieder in die Spur findet. In diesem Zusammenhang interessant ist das vom „Kicker“ vermeldete Interesse an Kingsley Schindler von Holstein Kiel, der sowohl als Rechtsaußen als auch im Sturm spielen kann. Der 25-Jährige besitzt in Kiel nur noch einen Vertrag bis Saisonende und wird den Verein wohl spätestens dann verlassen. Kommt im Winter ein lukratives Angebot, wäre Kiel aber wohl auch vorzeitig gesprächsbereit. Neben Köln haben allerdings auch einige Bundesligisten ihre Fühler ausgestreckt.