1. FC Köln: Zwei Endspiele für Markus Gisdol?

Markus Gisdol
Seit 15 Bundesliga-Spielen ohne Sieg: Markus Gisdol.
Foto: imago images / Moritz Müller
26.10.2020 - 06:46 | von Johannes Ketterl

Mit dem 1:1 am Freitag beim VfB Stuttgart hat der 1. FC Köln am fünften Spieltag seinen zweiten Punkt geholt. Fraglos eine ausbaufähige Bilanz, die nur deshalb noch zu Relegationsplatz 16 reicht, weil mit dem FC Schalke 04 und dem sogar noch punktlosen 1. FSV Mainz 05 zwei Klubs noch schlechter gestartet sind. Schalke und Mainz allerdings hatten auf dem Papier sicherlich kein leichteres Programm als der FC, dem nun am Samstag gegen den FC Bayern München erst einmal die nächste Pleite droht.

Geht es auch gegen den FC Bayern schief - und alles andere wäre eine Überraschung - stünde der 1. FC Köln vor dem folgenden Auswärtsspiel beim SV Werder Bremen schon mächtig unter Druck. Auch deshalb, weil es anschließend in die zweiwöchige Länderspielpause im November geht, die gleichbedeutend ist mit dem letzten Cut vor Weihnachten.

Sollten die Kölner Verantwortlichen zu dem Schluss kommen, grundlegende Dinge verändern zu wollen, böte sich diese Phase an. Aktuell aber wird Trainer Markus Gisdol trotz saisonübergreifend 15 sieglosen Bundesliga-Spielen in Folge der Rücken gestärkt und der Versuch unternommen, jegliche Trainerdiskussion im Keim zu ersticken.

Nach der Länderspielpause gegen Union Berlin

Allzu lange dürfte letzteres aber nicht mehr gelingen, zumal auch die Leistungen auf dem Platz nicht unbedingt Anlass zur Hoffnung auf einen Aufschwung samt einer Erfolgsserie wie in der vergangenen Saison, also kurz nach der Ankunft Gisdols plötzlich aus zehn Spielen 24 Punkte eingefahren wurden, geben. Offensiv ist beim FC vieles Stückwerk, wenngleich Akteure wie Ondrej Duda, Dimitrios Limnios oder der immerhin schon zwei Mal erfolgreiche Sebastian Andersson erst kurz in Köln sind und ihre Qualitäten zumindest andeuten konnten. Und defensiv führen immer wieder individuelle Fehler von wechselnden Akteuren zu Gegentoren.

Klar ist freilich auch, dass die Geißböcke eigentlich keine Zeit mehr haben, um sich zu finden. Die Partie gegen die Bayern einmal ausgeklammert müssen danach in Bremen sowie zu Hause gegen den 1. FC Union Berlin Punkte her. Ob und wenn ja, mit welchem Standing Gisdol ins Spiel am 22. November gegen Union Berlin gehen wird, hängt dabei maßgeblich von den nächsten 180 Minuten ab.