1. FC Union Berlin: Verstärkung für die Offensive gesucht

Florian Krüger
Starke Quote bei Erzgebirge Aue: Florian Krüger.
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28.12.2020 - 06:42 | von Johannes Ketterl

Mit der winterlichen Zwischenbilanz nach 13 Spieltagen der zweiten Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte kann der 1. FC Union Berlin hochzufrieden sein. Platz sechs und 21 Punkte sind weitaus mehr als wohl selbst die größten Optimisten der Mannschaft von Trainer Urs Fischer zugetraut haben. Bemerkenswert ist dieses Abschneiden vor allem auch deshalb, weil die personellen Voraussetzungen im Laufe der letzten Monate bei weitem nicht immer optimal waren.

Reihenweise fielen wichtige Spieler aus und auch zum Start ins neue Jahr ist die Auswahl gerade im Offensivbereich arg überschaubar. Neben Top-Scorer und Freigeist Max Kruse, der aufgrund einer schweren Oberschenkelverletzung auch den Start ins neue Jahr verpasst, stehen mit Joel Pohjanpalo und Anthony Ujah zwei langzeitverletzte Angreifer unverändert nicht zur Verfügung. Bei beiden ist im Moment auch nicht konkret absehbar, wann ein Comeback möglich ist.

Bleibt für den Sturm nur noch Taiwo Awoniyi, der seine Sache zwar exzellent macht, zu dem es derzeit aber keine Alternative gibt. Entlastung ist für den 23 Jahre alten Nigerianer nicht in Sicht, während man bei Union dessen Entwicklung auch mit gemischten Gefühlen sieht. Denn die Leihgabe des FC Liverpool über diese Saison hinaus zu halten, dürfte mit jeder guten Leistung und jedem Tor schwieriger werden.

Pokal-Aus begrenzt das Budget weiter

Aktuell freilich konzentrieren sich die Planungen auf die verbleibenden 21 Spieltage, für die Trainer Fischer gerne noch einen zusätzlichen Stürmer hätte. Das unerwartete Aus in der zweiten Runde des DFB-Pokals vergangene Woche gegen den SC Paderborn allerdings hat Union die Chance auf Zusatzeinnahmen geraubt, die für winterliche Transferaktivitäten Gold wert gewesen wären.

"Wirtschaftlich haben wir fast keine Möglichkeiten. Alle Optionen, die wir uns im Sommer mal überlegt hatten, können wir im Moment einfach nicht realisieren", deutete Sportdirektor Oliver Ruhnert bereits vor dem Pokal-Aus in der "Berliner Zeitung" an, dass im Januar keine großen Sprünge drin sind. Der im Sommer ins Auge gefasste und wohl weiter unter Beobachtung stehende Florian Krüger, der zwischenzeitlich seinen Vertrag bei Erzgebirge Aue bis 2023 verlängert hat, dürfte damit nach wie vor unerschwinglich sein.