1. FSV Mainz 05: Schicksalsspiel für Jan-Moritz Lichte?

Jan-Moritz Lichte
Bislang keine Trendwende in Sicht: Jan-Moritz Lichte.
Foto: imago images / Martin Hoffmann
01.11.2020 - 07:49 | von Johannes Ketterl

Auch nach sechs Spieltagen ziert der 1. FSV Mainz 05 das Tabellenende der Bundesliga. Die Rheinhessen warten nach den ersten sechs Partien sogar noch auf den ersten Punkt und sind nur deshalb als Träger der roten Laterne noch nicht abgeschlagen, weil mit dem 1. FC Köln und dem FC Schalke 04, die beide jeweils zwei Zähler auf dem Konto haben, zwei andere Klubs ähnlich schlecht gestartet sind.

Auch der bereits nach zwei Spieltagen vorgenommene Trainerwechsel von Achim Beierlorzer zu Jan-Moritz Lichte hatte bislang keine Wende zum Besseren zur Folge. Stattdessen verlor Mainz am gestrigen Samstag auch im vierten Anlauf unter Lichte, diesmal mit 1:3 beim FC Augsburg und damit bei einem Gegner, der eigentlich auf Augenhöhe anzusiedeln ist.

Mainz präsentierte sich aber einmal mehr schwach, woraufhin mit Daniel Brosinski einer der Routiniers im Nachgang auch klare Worte fand. "Das war in der 1. Halbzeit Schlafwagenfußball, wir hätten alle elf Spieler auswechseln können. Das war nicht bundesligatauglich", schimpfte der erfahrene Außenverteidiger bei "Sky" und lag mit dieser Kritik sicherlich nicht daneben.

Klare Worte auch von Rouven Schröder

Auch Sportdirektor Rouven Schröder kritisierte auf der vereinseigenen Webseite den Auftritt vor der Pause ebenfalls, lobte dann aber die Reaktion nach der Pause ebenso wie die Ansprache von Trainer Lichte: "Jan-Moritz hat in der Pause sehr gute Worte gefunden, an die Ehre appelliert und den Finger in die Wunde gelegt. Wir sind ganz anders rausgekommen, haben Energie gezeigt, sind nachgerückt, haben die Zweikämpfe gewonnen und völlig verdient das 1:1 gemacht."

Anschließend ließen die 05er freilich wieder nach und verloren am Ende noch. Nun wartet am nächsten Wochenende das Schlüsselspiel gegen den FC Schalke 04. Dann zählt nur ein Sieg, wie auch Schröder betonte: "Jeder weiß, wie der Auftrag gegen Schalke vor der Länderspielpause lautet."

Reicht es dann erneut nicht zum ersten Dreier, ist zumindest denkbar, dass man die Länderspielpause dazu nutzt, auch den Trainerposten nochmals zu überdenken und anstelle des unerfahrenen Lichte einen anderen Coach zu installieren.