FC Schalke 04: Abnehmer für Nabil Bentaleb?

Nabil Bentaleb
Vor dem endgültigen Absprung aus Gelsenkirchen? Nabil Bentaleb.
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18.08.2020 - 12:51 | von Johannes Ketterl

Um selbst auf dem Transfermarkt aktiv werden und dringend benötigte Verstärkungen an Land ziehen zu können, muss der FC Schalke 04 zunächst Einnahmen generieren. Ein klarer Verkaufskandidat ist dabei Nabil Bentaleb, für den es nun zumindest einen neuen Interessenten zu geben scheint.

Wie die "Gazzetta dello Sport" berichtet, soll auch Hellas Verona Interesse am algerischen Mittelfeldspieler zeigen, dessen Vertrag auf Schalke noch bis 2021 läuft. Weil Bentaleb mit einem kolportierten Jahresgehalt von mehr als vier Millionen Euro zu den Top-Verdienern zählt, würde ein Abgang für Freiraum sorgen.

Auch deshalb ist Schalke wohl dazu bereit, Interessenten bei der Ablöse entgegenzukommen. Aktuell steht eine Forderung der Königsblauen in Höhe von sechs Millionen Euro im Raum, die aber möglicherweise nicht zu halten ist. Hellas Verona dürfte jedenfalls kaum dazu in der Lage sein, derart tief in die Tasche zu greifen. Und ob die Italiener im zweiten Jahr nach der Erstliga-Rückkehr Bentalebs Gehalt stemmen könnten, erscheint auch fraglich.

Schalke muss womöglich weitere Abstriche hinnehmen. Schon jetzt ist klar, dass der in der Rückrunde der vergangenen Saison an Newcastle United verliehene Bentaleb als teures Verlustgeschäft in die Geschichtsbücher eingehen wird. 2017 überwiesen die Königsblauen umgerechnet rund 19 Millionen Euro an Tottenham Hotspur, wozu noch eine Leihgebühr für die vorhergegangene Spielzeit 2016/17 kommt, die ebenfalls im Millionenbereich lag.

Neben Verona ist auch Newcastle an einer Weiterverpflichtung des 25-Jährigen interessiert, wobei die Magpies bislang aber nicht mit einem konkreten Angebot vorstellig geworden sind.

Drei Leistungsträger im Fokus

Sollte für Bentaleb zeitnah ein Abnehmer gefunden werden, könnte Schalke die eigenen Bemühungen um Sebastian Andersson vom 1. FC Union Berlin intensivieren. Der schwedische Nationalspieler ist der Wunschkandidat für den vergangene Saison viel zu harmlosen Sturm. Ohne Einnahmen kann Andersson, der mindestens eine Ablöse im mittleren einstelligen Millionenbereich kosten würde, aber kaum aus Berlin losgeeist werden.

Unterdessen muss man sich auf Schalke weiterhin auf den Abgang von mindestens einem Leistungsträger einstellen. Ozan Kabak, Amine Harit und vor allem Weston McKennie wecken andernorts Begehrlichkeiten und könnten die wirtschaftliche Situation in Gelsenkirchen verstärken. Unmittelbar bevor steht ein Transfer allerdings wohl nicht.