Reicht es für den 1. FC Köln ohne Verstärkung?

Horst Heldt
Nachdenklich nach der Pleite gegen Augsburg: Horst Heldt.
Foto: imago images / Herbert Bucco
03.01.2021 - 07:46 | von Johannes Ketterl

Nach immerhin acht Punkten aus den letzten fünf Bundesliga-Spielen vor Weihnachten und dem 1:0-Erfolg im DFB-Pokal gegen den VfL Osnabrück war beim 1. FC Köln vor dem Start ins neue Jahr durchaus Zuversicht an der Tagesordnung, zumal mit dem FC Augsburg ein auf dem Papier schlagbarer Gegner in die Domstadt kam. Doch auch im saisonübergreifend 13. Bundesliga-Heimspiel in Folge gelang den Geißböcken kein Sieg. Vielmehr setzte es durch ein vermeidbares Gegentor noch eine 0:1-Niederlage, mit der ein beim Blick auf die anderen Ergebnisse möglicher Befreiungsschlag im Abstiegskampf verpasst wurde.

Warum es gegen Augsburg nicht zu Zählbarem reichte, ist schnell analysiert. Die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol, der auf eine echte Spitze verzichtete und mit Ondrej Duda sowie Jan Thielmann auf die zuletzt vor allem gegen spielstärkere Mannschaften funktionierende Offensivvariante mit einer doppelten, falschen Neun setzte, agierte im Spiel mit Ball schlichweg viel zu harmlos.

Nur nach Standardsituationen oder wenige, auch eher zufällig wirkende Einzelaktionen von Noah Katterbach oder Marius Wolf kam der FC überhaupt zum Abschluss. Daran änderte auch die Hereinnahme von Anthony Modeste nach einer guten Stunde nichts, der nur auf acht Ballkontakte kam und weiterhin ein Schatten vergangener Tage ist.

Wohl kein Geld für Neue

Weil der erst kurz vor Schluss gekommene Tolu Arokodare allgemein als noch nicht reif genug erachtet wird und Sebastian Andersson noch länger fehlt, hat der FC gerade gegen Gegner auf vermeintlicher Augenhöhe ein gravierendes Pronlem mit mehr Spielanteilen. Abgesehen von Duda ist kein Akteur zu überraschenden Aktionen in der Lage, was das Kölner Spiel statisch und ausrechenbar macht.

Daran würde sich freilich auch mit Andersson, der bei seinen Einsätzen im bisherigen Saisonverlauf kaum richtig eingebunden wurde, wohl nur wenig ändern. Dringend nötig scheint ein schneller Angreifer, der dazu in der Lage ist, auch einmal eine Eins-gegen-eins-Situation für sich zu entscheiden. Weil laut "Bild" für eine entsprechende Verpflichtung aber das Geld fehlt und Abgänge nicht in Sicht sind, muss es womöglich bis zum Saisonende das vorhandene Personal richten - und das könnte dann mit dem Klassenerhalt richtig eng werden.