VfL Wolfsburg: Oliver Glasner vor dem Aus?

Oliver Glasner
Kritik an der sportlichen Leitung: Oliver Glasner.
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06.11.2020 - 17:29 | von Johannes Ketterl

Nach den ersten sechs Spieltagen der Bundesliga ist neben Bayer Leverkusen nur der VfL Wolfsburg noch ungeschlagen. Die Zwischenbilanz der Wölfe fällt mit einem Sieg und fünf Unentschieden allerdings dennoch eher durchwachsen aus, zumal in den Play-offs durch eine Niederlage bei AEK Athen auch die Qualifikation für die Gruppenphase der Europa League verpasst wurde. Trotz der ausbaufähigen Resultate gab es in der Autostadt aber keine Trainerdiskussion - bis Coach Oliver Glasner höchstpersönlich mit bemerkenswerten Aussagen dafür sorgte, dass die Verantwortlichen gar nicht mehr umhin kommen, über den österreichischen Fußball-Lehrer zu sprechen.

Dass es Glasner nicht für nötig erachtet hat, das Spiel der TSG 1899 Hoffenheim am Donnerstag gegen Slovan Liberec und damit den nächsten Wolfsburger Gegner zu verfolgen, konnten Geschäftsführer Jörg Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer mit der Begründung, Hoffenheim gut zu kennen und nicht überrascht werden zu können, vielleicht noch halbwegs akzeptieren.

Die öffentlich geäußerte Kritik Glasners an der Transferpolitik der zurückliegenden Sommers dürfte die sportliche Leitung der Wölfe aber nicht ohne Weiteres hinnehmen. "Ich finde es nicht gut, ich finde den Zeitpunkt unglücklich", beließ es Schmadtke gegenüber dem "Kicker" zwar bei einem knappen Kommentar, doch ist davon auszugehen, dass damit schlichtweg die Ruhe vor dem Spiel gegen Hoffenheim gewahrt werden soll.

Glasner vermisst Offensivspieler mit "Tempo und Tiefgang"

Da nach dieser Partie eine zweiwöchige Länderspielpause folgt, ist mit einer intensiven Aufarbeitung von Glasners Kritik zu rechnen, zumal der Trainer auch auf Nachfrage zu seinen Aussagen stand. "Ich habe nur gesagt, dass wir das Transferziel in der Offensive nicht realisieren konnten. Das ist schade, darüber haben wir uns monatelang unterhalten", so Glasner, der sich für die Offensive offenbare andere Neuzugänge als Bartosz Bialek und Maximilian Philipp gewünscht hätte. Als Spieler mit "Tempo und Tiefgang" sieht Glasner die beiden neuen Offensivkräfte augenscheinlich nicht.

Man darf nun gespannt sein, wie es in Wolfsburg weiter geht. Eine Überraschung wäre es indes nicht mehr, würde Glasner gegen Hoffenheim letztmals auf der Bank Platz nehmen.