Forest Green Rovers: Folgt eine Trainerin auf den gefeuerten Mark Cooper?

Englands League 2: Folgt eine Trainerin auf den gefeuerten Mark Cooper?
Wurde nach dem 1:2 gegen Walsall gefeuert: Forest Greens Trainer Mark Cooper —
Foto: IMAGO / PA Images
13.04.2021 - 17:09 | von Ben Friedrich

Im englischen Profifußball könnte es die erste Trainerin einer Herrenmannschaft geben — bei Viertligist Forest Green Rovers.

Mark Cooper ist nicht mehr Trainer von Forest Green, nachdem der Tabellensechste der League 2 am Samstag mit 1:2 gegen Walsall verlor. An sich nicht unbedingt eine Meldung bei fussballinfo wert, doch die Neubesetzung könnte das Novum ein Trainerin im englischen Profi-Herrenbereich bringen.

Der Vereins-Vorsitzende Dale Vince ist laut Sky Sports offen für männliche und weibliche Kandidaten für die Neubesetzung des CheftrainerInnen-Postens: „Das ist durchaus möglich. Unser Ausgangspunkt ist es, keine Vorurteile zu haben.“ Über 70 Lebensläufe würden derzeit vom extravaganten Klub aus Gloucester gecheckt.

Es gab dabei Bewerbungen von Männern und Frauen. Vince deutete dabei vage an: „Es ist durchaus denkbar, dass wir einen Trainertyp ernennen, den es im englischen Fußball noch nicht gegeben hat.“

Auch wenn es noch keine Trainerin auf der Chefposition in einer der vier höchsten Ligen Englands gab, wäre mit Emma Hayes, der Trainerin der Chelsea-Damen, zu Jahresbeginn beinahe eine Frau bei den Herren des AFC Wimbledon eingesetzt worden.

Emma Hayes sagte da auf die Frage, ob es ein Fortschritt wäre, eine Herrenmannschaft zu trainieren: „Frauenfußball ist keinesfalls ein Rückschritt von irgendwas.“

Vince Dale stimmte zu, dass „in unserem Verein mitzumachen natürlich nicht jedem gefällt. Das ist jedem klar. Gleichzeitig haben wir allein gestern etwa 70 Lebensläufe bekommen, und das Interesse ist sehr groß. Was wir unter diesen Interessenten sehen, ist eine große Bandbreite an Möglichkeiten, und das gefällt uns.“

„Wir gehen die Dinge nicht konventionell an und wir sind nicht durch die Art und Weise eingeschränkt, wie die Dinge sonst immer gemacht werden. Wir sind sehr froh, dass wir in einer Position sind, in der wir unvoreingenommen wählen und sagen können: Lasst uns die beste Person für den Job finden. Der Fußball braucht eine Evolution und Veränderung.“

Zwei Trainerinnen bisher im deutschen Herrenfußball

In Deutschland sind wir der Entwicklung auf der Insel insoweit voraus, als das Inka Grings den Regionalligisten SV Straelen von 2019 bis 2020 trainierte. Imke Wübbenhorst war außerdem von April bis Dezember 2020 als Trainerin von den Sportfreunden Lotte angestellt, ebenfalls in der Regionalliga West.