Seung-ho Paik vor der Entscheidung Strafe zahlen oder zurück zu Darmstadt

Seung-ho Paik vor der Entscheidung Strafe zahlen oder zurück zu Darmstadt
Darmstadts Mittelfeldspieler Seung-ho Paik möchte zur Olympiade 2021 —
Foto: IMAGO / Jan Huebner
24.03.2021 - 14:30 | von Ben Friedrich

Im schwelenden Rechtsstreit mit seinem ehemaligen Klub Suwon Bluewings läuft Seung-ho Paik von Darmstadt 98 die Zeit davon.

Sein großer Traum ist die Teilnahme für sein Land Südkorea an Olympia im Sommer, doch Chancen in den Kader von Nationaltrainer Paulo Bento aufgenommen zu werden hat er nur, wenn er Spielpraxis vorweisen kann.

Doch genau da hakt es momentan, denn obwohl die Saison der K-League schon begonnen hat, ist Seung-ho Paik noch ohne neuen Klub. Dabei war zwischen Darmstadt 98 und Jeonbuk FC die Ablösesummer von 750.000 € und circa 370.000 € Jahresgehalt für den Mittelfeldspieler bereits geklärt.

Vorkaufsrecht der Bluewings

Sein ehemaliger Klub Suwon Bluewings pocht, wie bereits berichtet, auf ein Vorkaufsrecht. Wie Reporter Jae-won Seo von Sport TV News aus Südkorea beschreibt, ist Suwon auf eine Entschädigung von umgerechnet mehr als 224.000 € aus. Eine nicht genannte Zusatzstrafe, um keinen Präzedenzfall zu schaffen, käme obendrauf.

Die Vereinbarung besagte, dass Seung-ho Paik verspricht, bei Rückkehr in die K-League, unabhänig von Zeitpunkt und Transferart wieder den Suwon Bluewings beitritt.

Meister Jeonbuk FC noch vage interessiert

Obgleich Jeonbuks Sportlicher Leiter Seung-kwon Baek weiterhin Interesse am Nationalspieler bekräftigt, möchte er die „heiße Kartoffel“ zunächst nicht wieder kontaktieren, bis der Rechtsstreit zwischen den Parteien geklärt ist.

Mittwochmorgen sagte Seung-kwon Baek: „Es stimmt, dass wir schon eine Transfervereinbarung mit Darmstadt hatten, um Seung-ho Paik zu verpflichten. Ich war mir jedoch zu spät über die Existenz der Vereinbarung mit Suwon im Klaren. Daraufhin zog ich das Angebot sofort zurück. Das Problem zwischen Spieler und Suwon muss erst gelöst werden. Ich möchte nicht gegen die Transferregeln verstoßen.“

Konflikt dauert bereits einen Monat an

Der Konflikt dauert mittlerweile über einen Monat an, in dem Seung-ho Paik die Zeit davonläuft, bevor am 31. März das Transferfenster in Südkorea schließt. Um Spielpraxis zu bekommen, müsste es also nächste Woche zu einer Einigung kommen, oder der Spieler nach Darmstadt zurückkehren.

Da der Vertrag im Sommer 2022 ausläuft, wären Transferverhandlungen zum Sommer 2021 möglich oder bei Auslaufen des Vertrages. Von Seiten Suwons klingt das Kaufinteresse kühl:

„Zunächst haben wir um ein Gespräch nach Saisonende gebeten. Um einen Spieler zu verpflichten, müssen wir feststellen, ob er dem Team weiterhelfen kann. Wir haben die Kaderzusammenstellung jedoch schon abgeschlossen. Für eine sofortige Verpflichtung besteht keine Notwendigkeit.“

Bezugnehmend auf die Entschädigung hieß es: „Es sind nicht nur (umgerechnet) 224.000 €. Der Betrag ist auch nicht entscheidend. Wir müssen Verstöße gegen das Transferrecht von Jugendlichen ahnden. Dazu haben wir die Verantwortung.“ Dies sei wichtig, um einen „Präzedenzfall Seung-ho Paik“ zu verhindern.