Universidad Católica wird chilenischer Meister

Universidad Católica wird chilenischer Meister
Marcelino Núñez feiert mit seinem Team Universidad Católica die Meisterschaft —
Foto: IMAGO / Photosport
11.02.2021 - 10:44 | von Ben Friedrich

Nach 2018 und 2019 hat sich der Klub aus Santiago de Chile wieder die Meisterschaft gesichert. Aufgrund der Covid-19-Pandemie war die Meisterschaftsrunde für fünf Monate ausgesetzt worden.

Eigentlich haben wir schon 2021, aber CD Universidad Católica darf sich noch Meister 2020 nennen. Nach dem 8. Spieltag im März verschob man die Saison bis in den August, denn Chile spielt wie in Südamerika üblich im Kalenderjahr.

Am vorletzten Spieltag kam es zu einem vorzeitigen Finale gegen den Zweiten Unión La Calera, einer Mannschaft aus einem kleinen Ort nördlich von Santiago. Das Ergebnis 0:0 bedeutet, dass die Champions mit fünf Punkten Vorsprung nicht mehr einholbar sind.

So bekam die Mannschaft vom argentinischen Trainer Ariel Holan den Meisterpokal abermals ausgehändigt und konnte zum fünfzehnten Mal die chilenische Meisterschaft feiern. Nur die Lokalrivalen CF Universidad de Chile mit 18 und Colo Colo mit 32 haben noch mehr Meisterschaften errungen.

„Wir haben etwas erreicht, was in der Geschichte des Clubs noch nie erreicht wurde. Es war ein sehr seltsames Jahr, die Pandemie, das Training zu Hause, viele Spiele in kurzer Zeit, aber wir haben es geschafft“, sagte Matías Dituro, Torwart und einer der Hauptakteure der Mannschaft.

Mit diesem Titel qualifizierte sich Universidad Católica als erster chilenischer Verein für die diesjährige Copa Libertadores.

Schwierige Umstände im Corona-Jahr

Católica war fast die gesamte Meisterschaft über praktisch an der Tabellenspitze, geriet aber zunehmend ins Wanken. Zahlreiche Unentschieden brachten die Konkurrenz wieder heran. Zueletzt verloren die Blau-Weiß-Roten gegen CD Palestino La Cisterna (2:3) und CD O'Higgins Rancagua (0:2). 

Man kann das der Müdigkeit des Kaders angesichts der Copa Libertadores und der Copa Sudamericana zuschreiben. Darüber hinaus beeinträchtigte die Coronavirus-Pandemie die gesamte Planung von Holans Trainerstab und seinem technischen Team.

Die Meisterschaft wurde aufgrund der Covid-19-Pandemie unter erschwerten Bedingungen gespielt. Am 16. März letzten Jahres wurde das Turnier aufgrund der Zunahme von Coronavirus-Fällen ausgesetzt, eineinhalb Wochen nachdem die erste Infektion in Chile bestätigt wurde.

Der Trainer als Erfolgsgarant

Großen Anteil am Titel hat der besonnene Coach Ariel Holan. Der 60jährige, der schon Erfolge in seinem Heimatland Argentinien mit Independiente und Defensa feierte, übernahm die „Katholiken“ im Dezember 2019 inmitten der sozialen Unruhen, die Chile zuvor erschüttert hatten.

Er schaffte es dann, seine Mannschaft inmitten des pandemiebedingten Turnierausfalls zusammenzuhalten und sie auf den Erfolg einzuschwören. „Es war ein sehr hartes Jahr", sagte Holan, „aber ich möchte mich bei meinen Spielern bedanken, die in den fünf Monaten, in denen wir nicht gespielt haben, sehr hart gearbeitet haben.“

Der argentinische Stürmer Fernando Zampedri, mit 19 Toren einer der besten Torschützen des Turniers, sowie die Routiniers Luciano Aued und Jose Pedro Fuenzalida waren der Schlüssel zum Erfolg der Mannschaft. Aber er gab auch jungen Spielern wie Marcelino Nuñez und Ignacio Saavedra Raum.

Übrigens stammen die chilenischen Legenden Gary Medel (33, heute Bologna), Erick Pulgar (27, heute Florenz) und Mauricio Isla (32, heute Flamengo) aus dem Verein.