MLS: Lutz Pfannenstiel arbeitet am aufregenden Projekt St. Louis City SC

MLS: Lutz Pfannenstiel arbeitet am aufregenden Projekt St. Louis City SC
Seit August 2020 ist Lutz Pfannenstiel Sportdirektor des neuen MLS-Clubs St. Louis City FC —
Foto: IMAGO / Sven Simon
08.03.2021 - 14:25 | von Ben Friedrich

Der ehemalige Sport-Vorstand von Fortuna Düsseldorf Lutz Pfannenstiel wirkt als neuer Sportdirektor mit, den kommenden Major-League-Soccer-Club St. Louis auf die Beine zu stellen. In einer Videotelefonatrunde mit Journalisten ging er auf das spannende Projekt ein.

Der St. Louis City SC soll 2023 als 28. Club die nordamerikanische MLS erweitern. Als konzeptstarker Projektleiter suchte sich der gut vernetzte Deutsche bewusst einen Verein aus, der neu gegründet nicht nur als Franchise sondern als Sport-Campus nach amerikanischem Vorbild gestaltet werden kann.

Lutz Pfannenstiel im Interview mit Charles Boehm: „Für mich ist es eines der interessantesten und aufregendsten Projekte im internationalen Fußball; die Möglichkeit zu haben, den Klub von Grund auf aufzubauen, wirklich mitgestalten zu können.“

Noch ist der Club mit dem Bau seines Stadions im Stadtteil Downtown West beschäftigt, dass im Sommer 2022 fertiggestellt werden soll. Das reine Fußballstadion soll komplett überdacht sein und liegt dann an der Market Street im Schatten des berühmten Gateway Arch am Ufer des Mississippi. Trainingsstätte, Jugendakademie, Vereinsbüros, Teamshop, Fanpavillon und Café sind dann mit der Spielstätte verbunden. 

„Wie ich denke wollten wir damit eine klare Botschaft aussenden: Alle sind unter einem Dach, alle sind der gleiche Verein, alle gehen in eine Einrichtung. Das ist bisher sehr ungewöhnlich,“ bemerkte Pfannenstiel. „Normalerweise hat man eine Art von Trennung, weil man versucht, eine gewisse Ruhe in einer Einrichtung zu bewahren, damit nicht zu viele Leute zur gleichen Zeit am gleichen Ort sind."

Der Sportdirektor griff auch ein bei der Formung des Trainingszentrums und der Umkleidkabine der ersten Mannschaft; in ovaler Form wie bei Manchester City. Architektin Emily Louchart merkte an, dass „wir das Gebäude an einem anderen Ort hatten, bevor Lutz an Bord kam. Wir ruderten zurück und fanden den besten Standort für dieses Gebäude, wie der Pavillon und die Felder wirklich ausgerichtet sein sollen. Dazu gehörte auch, dass wir von Anfang an eine ganzheitliche Sichtweise an den Tag legten.“

Erste Mannschaft und Akademie gemeinsam

Akademie und Jugendmannschaften werden zentral eingebunden. Bei der Suche nach Spielern und Talenten für die Förderung „war es ein bisschen wie in einem Süßwarenladen.“ Der Mann aus Zwiesel: „Ich denke, es ist sehr wichtig, die Möglichkeit zu haben, die Spieler der ersten Mannschaft und die Spieler der Akademie zusammenzubringen. Sie brauchen einen Raum, in dem sie auch die Trennung haben, aber natürlich auch Raum, wenn sie sich zusammen mischen.“

Deshalb wurde die Küche in der Mitte des Gebäudes platziert, wo die aktuellen und zukünftigen Spieler des Clubs bei Mahlzeiten zusammenkommen können. „Das ist ein sehr europäischer Einfluss von einem Club, den wir besucht haben.“

Der Aufbau der Akademie-Einrichtungen entspricht dem idealen Weg, den ein Talent gehen kann. „Es ist das Esel-und-Karotte-Prinzip“, sagt Pfannenstiel. „Unsere Jugendeinrichtung, von den unter 14-Jährigen bis zu den älteren Altersgruppen, bewegt sich jedes Jahr näher an die Einrichtung der ersten Mannschaft heran.“

Am Ende schaut sie buchstäblich durch eine Glastür in die Einrichtung der ersten Mannschaft. Man kommt also jedes Jahr, wenn man sich der nächsten Altersgruppe nähert, seinem Traum näher. So haben wir den Weg gefunden, bestimmte Dinge zu trennen, so dass sich jeder immer noch auf seine Arbeit konzentrieren kann, aber den jungen Spielern immer den Eindruck vermittelt, den Profis nahe zu sein, sie buchstäblich anfassen zu können und zu sehen, wie sie arbeiten und was zu tun ist.“

„Wir werden mit allen Trainern in den Büros arbeiten, der Austausch von Coaching-Ideen zwischen der Jugend und den Profis, unsere Coaching-Philosophie wird von der U14-Ebene bis zur Profi-Ebene gehen. Es wird also alles sehr einheitlich sein, und es wird ein ganz anderer Ansatz sein als bei den meisten MLS-Teams.“

Der Verein aus Missouri wird übrigens genau zwischen den konkurrierenden Teams der Eastern Conference Nashville SC, FC Cincinnati und Chicago Fire FC sowie Sporting Kansas City aus dem Westen liegen.