MLS: Neuigkeiten zum Saisonstart 2021

MLS: Neuigkeiten zum Saisonstart 2021
Der ehemalige Darmstädter Florian Jungwirth bei San Jose (rechts) gegen Raúl Ruidíaz —
Foto: IMAGO / Icon SMI
17.04.2021 - 18:11 | von Ben Friedrich

Am Samstag startet die Major League Soccer in ihre neu Saison 2021. Bei uns gibt es Fussballinfos zu Neuzugängen, dem neuen Klub Austin FC und den Favoriten auf den Titel.

In 26 Wochen zieht die MLS ihre reguläre Spielzeit durch, der dann die Play-Offs im November folgen. In der nordamerikanischen Fußball-Liga wirken einige bekannte Namen aus der Bundesliga und aus Österreich mit, über die es hier eine aktuelle Übersicht anhand der Vereine gibt.

In den USA sind je nach Staat und Stadionkapazität wieder Zuschauer zugelassen. So konnten im Hawks Nest von Seattle wieder circa 7.000 Besucher ihren Sounders zujubeln und auch in Houstons „The Oven“ waren knapp 7.000 Gäste eingelassen worden. Die drei kanadischen Klubs sind kurzfristig in die Staaten umgezogen.

Titelverteidiger Columbus Crew

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Columbus Crew Logo

Der MLS Cup Champion von 2008 und 2020 zählt auch diese Saison zum Favoritenkreis. Im Dezember gewann der Klub aus Ohio verdientermaßen den Titel im Play-Off-Finale gegen die Seattle Sounders. 

Auf dem Transfermarkt war das Team unter Leitung von Trainer Caleb Porter sehr zurückhaltend. Das rumänische Talent Alexandru Matan (21) ist der „dickste Fisch“ gewesen, während Vancouvers Evan Bush (35) als Backup-Torwart für Eloy Room kam. Draft-Pick Justin Malou wurde derweil nicht in den endgültigen Kader mitübernommen.

Routinier Perry Kitchen (29) von LA Galaxy verstärkt das dünn besetzte Mittelfeldzentrum, während der alte Haudegen Bradley Wright-Phillips (36) ablösefrei vom Los Angeles FC kam. Er ist immer für Tore gut.

Der neue Klub Austin FC

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Austin FC

Ein neuer Klub aus Texas startet ab dieser Saison in der Western Conference: Austin FC mit Coach Josh Wolff, Sportdirektor Claudio Reyna und Mitbesitzer Matthew McConaughey.

Durch den „Expansion Draft“, die Lotterie im Januar und weitere Zugänge gestaltete Austin den Kader von Grund auf aus dem Nichts. Für etwa eine Million € wurde der ehemalige Gladbacher und Lautrer Alexander Ring vom New York City FC verpflichtet und soll das Mittelfeld zusammenhalten.

Auch sonst nahm der neue Klub richtig Geld in die Hand, besorgte sich den argentinischen Mittelfeldmann Tomás Pochettino (25) von Atlético Talleres, Flügelstürmer Cecilio Domínguez (26) von Independiente Buenos Aires und Rechtsaußen Rodney Redes (21) von Guaraní aus Paraguay. Als jüngsten Neuzugang kam Keeper Will Pulisic (21), der Bruder von Christian Pulisic vom FC Chelsea. Er konkuriert mit dem ehemaligen Torwart vom 1. FC Köln, Brady Scott.

Als neues Team durfte Austin bei den Talenten aus dem Draft zuerst zugreifen und schnappte sich Daniel Pereira (20), Freddy Kleemann (22) und Aedan Stanley (21).

Finalist Seattle Sounders

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Wieder ein ganz großer Kandidat auf den Titel sind die Seattle Sounders, die ihr erstes Ligaspiel bereits gegen Minnesota mit 4:0 gewonnen haben. Ihr Coach Brian Schmetzer (58) ist seit 20 Jahren beim Team aus Washington in verschiedenen Trainerfunktionen tätig.

Zu ihrem Star-Trio Raúl Ruidíaz (30, Foto), Nicolás Lodeiro (32) und Cristian Roldán (25) kam nun der brasilianische Spielmacher João Paulo (30) von Botafogo Rio de Janeiro dazu. Die Vereinslegende Fredy Monteiro (33) kehrte außerdem von Vancouver zurück.

Im Februar gab es Gerüchte, dass Paderborns Kai Pröger von Seattle und Vancouver umworben würde, doch ein Wechsel käme erst im Sommer-Transferfenster in Frage.

San Jose Earthquakes

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San Jose Earthquakes Logo

 Der kalifornische Klub vom ehemalige Darmstädter Florian Jungwirth (32, Foto), San Jose Earthquakes verhält sich traditionell bescheiden, was Neuzugänge angeht. Noch immer stürmt MLS-Ikone Chris Wondolowski (38) an vorderster Front.

Die Quakes unterlagen am Samstag in Houston am ersten Spieltag mit 1:2.

Der größte Knüller ist kein Spieler, sondern der neue Trainer Matías Almeyda. Der 47-jährige Argentinier, früher Spieler bei River Plate, FC Sevilla, Lazio, Parma und Inter, coachte zuletzt Chivas in Mexiko.

Sturm-Talent Thomas Williamson wurde aus dem Draft gepickt, wurde dann aber „gewaivet“, schaffte es also nicht auf die Meldeliste. Eric Remedi (25) kam für das defensive Mittelfeld für circa eine halbe Million $ von Atlanta United.

D.C. United

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D.C. United Logo

Mittelfeld-Star Julian Gressels Team aus US-Hauptstadt Washington D.C. wird neuerdings vom Argentinier Hernán Losada trainiert, der als Spieler und Trainer in Belgien aktiv war. Zuletzt kümmerte er sich um Beerschot.

D.C. United schnappte sich die Talente Kimarni Smith (23) und Michael DeShields (22). Die namhaftesten Neuzugänge sind der Niederländer Nigel Robertha (23) von Levski Sofia für den Sturm und der Peruaner Yordy Reyna (27), den sie Vancouver für circa 350.000 € abkauften.

Vancouver Whitecaps

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Vancouver Whitecaps Logo

Als einer der drei kanadischen Klubs in der MLS hat Vancouver seine Zelte vorübergehend in Utah aufgeschlagen, da es somit keine coronabedingte Quarantäne bei der Grenzüberquerung gibt. Gespielt wird im Rio Tinto Stadium von Sandy.

Das Team aus British Columbia hat sich knapp aber gezielt verstärkt mit Spielmacher Caio Alexandre (22) von Botafogo, Flügelstürmer Déiber Caicedo (21) aus Deportivo Cali, Kolumbien sowie den Rookies David Egbo (22) und Javain Brown (22).

Der junge serbische Verteidiger Ranko Veselinovic war zuvor nur von Novi Sad ausgeliehen und wurde nun für circa 600.000 € fest verpflichtet. Ansonsten setzt das Team von Trainer Marc dos Santos nun vermehrt auf kanadische Talente.

Nashville SC

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Nashville SC

Gary Smiths Mannschaft aus der Musikstadt aus Tennessee geht in ihre zweite Saison. Das Team um den ehemaligen Berliner Hany Mukhtar (26) kam in der Debütsaison sogar ins Play-Off-Viertelfinale und scheiterte erst am späteren Champion Columbus.

Rookie Irakoze Donasiyano (23) aus dem Draft bekam keinen Vertrag. Dafür aquirierte man den uruguayischen Youngster Rodrigo Piiñeiro vom FC Danubio für etwa 1,5 Millionen €. Außerdem kam das Offensiv-Trio Handwalla Bwana (21, Seattle), Alex Muyl (25, RB New York) und Jhonder Cádiz (25, Benfica Lissabon, ausgeliehen), um den schwächelnden Angriff zu stärken.

Philadelphia Union

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Philadelphia Union

Der Klub von Kai Wagner (24), Kacper Przybylko (28) und dem ehemaligen St. Paulianer Leon Flach (20) versucht die kommende Saison erneut in die Play-Offs zu kommen. Unterdessen erreichte das Team aus Pennsylvania bereits das Champions-League-Viertelfinale, wo ausgerechnet MLS-Team Atlanta nächster Gegner ist.

Außer Leon Flach wurde für eine bescheidene Transfersumme der ehemalige Celtic-Verteidiger Stuart Findlay (25) aus Schottland von Kilmarnock verpflichtet. Jim Curtins Mannschaft setzt ansonsten weitesgehend auf Spieler aus der eigenen Academy.

Chicago Fire FC

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Chicago Fire FC

Die Mannschaft aus Illinois mit dem ehemaligen Münsteraner „Fußballgott“ Fabian Herbers (27) spielt wieder im monumentalen Soldier Field, in dem auch Football-Team Chicago Bears aktiv sind.

Nach Bastian Schweinsteigers Ruhestand setzt die Mannschaft von Trainer Raphael Wicky einen Jugendkurs durch. Keeper Kenneth Kronholm (35), der früher für Holstein Kiel und die SV Elversberg spielte, sowie Jonathan Bornstein (35) sind nun die Ältesten im Kader.

Der nigerianische Stürmer Chinoso Offor (20) vom FK RFS Riga aus Lettland ist schon der „bekannteste“ neue Protagonist im Team. Kurzfristig bekleidet Chicago also bei allem Talent nur eine Außenseiterrolle. Vermutlich legt der Klub aber im Sommer-Transferfenster nach.

New York Red Bulls

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New York Red Bulls

Daniel Royer (30), den man noch aus Hannover kennt, ist bei RB der Oberbulle. Unterdessen wurde der ehemalige Bochumer und St. Paulianer Mark Rzatkowski (31) vom Klub aussortiert.

Konzernintern wurde Youba Diarra (23) von RB Salzburg ausgeliehen, genau wie Stürmer Fábio (23) vom Oeste FC São Paulo. Aus Großbritannien kamen Außenverteidiger Tom Edwards (22, Stoke), Mittelfeldspieler Dru Yearwood (21, Brentford) und Flügelspieler Cameron Harper (19, Celtic Glasgow).

Club de Foot Montréal

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Club de Foot Montréal

Auch der franko-kanadische Klub aus Montréal ist bis auf Weiteres in den USA aktiv. Die Spiele werden in Fort Lauderdale ausgetragen, wo es Samstag gegen Toronto losgeht.

Nachdem Trainer Thierry Henry den Club auf eigenen Wunsch verlassen hat, ist der Franzose Wilfried Nancy (44) neuer Übungsleiter. Er war zuvor Co-Trainer und Jugendtrainer im Verein.

Mit US-Nationalspieler Djordje Mihailovic (22) hat man einen großen Griff getan, denn der Mittelfeldspieler war schon mehrfach bei deutschen Bundesligisten im Gespräch und im Probetraining.

Aus Bologna lieh man für ein weiteres Jahr Linksaußen Lassi Lappalainen (22) aus, sowie den Torwart Sebastian Breza (23) und Verteidiger Luis Binks (19). Kanadas Jugendnationalspieler Zorhan Bassong (21) kam ablösefrei aus Belgien.

Ein Knüller für das Sturmzentrum ist Norwegens Sturmtank Björn Johnsen (29) von Ulsan. Draft-Pick Kamal Miller (23) kauften die Kanadier Austin ab und außerdem kam der slowenische Verteidiger Aljaz Struna (30) ablösefrei von Houston.

Toronto FC

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Toronto FC

Das Spitzenteam aus Ontario bezwang bereits in der Champions League den Club León aus Mexiko und bekommt es mit deren Landsleuten von CD Cruz Azul im Viertelfinale zu tun.

Nach über sechs Jahren verließ Trainer Greg Vanney die Mannschaft, um LA Galaxy zu übernehmen. Sein Nachfolger Chris Armas (48) war bis 2020 bei RB New York angestellt.

Die Mannschaft mit Ex-Gladbacher Michael Bradley (33), Jozy Altidore (31) und Shooting-Star Ayo Akinola (21) hielt sich bisher vornehm zurück und verpflichtete nur die Talente Jordan Peruzza (20), Kevin Silva (23), Ralph Priso (18) und Julian Dunn (20) aus dem eigenen Nachwuchs beziehungsweise der Academy.

Auch die Ontarier weichen in ein Stadion in den USA aus und zwar in das Exploria Stadium von Orlando City.

Real Salt Lake

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Real Salt Lake

Der Klub aus Sandy, Utah gönnte sich den 45-maligen US-Nationalspieler Bobby Wood vom Hamburger SV, der ab sofort mitspielen kann. Ablöse kostete er keine, aber sein Gehalt dürfte das eines designierten Spitzenspielers sein.

Für die Mannschaft vom ehemaligen Union-Berlin-Spieler wurde zudem Offensiv-Allrounder Anderson Julio (24) von Atlético de San Luis aus Mexiko ausgeliehen. Ablösefrei kam US-Nationalspieler Rubio Rubin (25) von San Diego sowie Rookie Bret Halsey (22) aus dem 2021er Draft.

Los Angeles FC

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Los Angeles FC

 Der LA FC scheiterte in der nord- und mittelamerikanischen Champions League erst im Finale an den Tigres aus Mexiko mit 1:2. Wer, weiß, vielleicht hätten sie als Titelträger dem jetzigen Klub-Weltmeister FC Bayern mehr Paroli geboten.

Finaltorschütze Diego Rossi (23) wird derzeit heftig umworben. Die Kalifornier befürchten, dass der junge Argentinier sich im Sommer einem europäischen Team anschließt. Gerüchte über einen Wechsel zum FC Reading nach England gab es schon, doch es darf schon ein etwas größerer Hai im Becken sein, damit sich der MLS-Star verabschiedet.

Draft-Pick Danny Trejo (22) und Bradley Wright-Phillips (36) verließen den Klub. Dafür hat sich Los Angeles mit Stürmer Corey Baird (25) von Real Salt Lake, Verteidiger Jesús Morillo (27) von Independiente Medellín, Außenverteidiger Moon-hwan Kim (25) von Busan und Außenverteidiger Marco Farfán (22) von den Portland Timbers verstärkt.

Auch Kwadwo Opoku (19) von der Attram de Visser Soccer Academy und Raheem Edwards (25), der ablösefrei von Minnesota gedraftet wurde, schließen sich der Mannschaft an.

Los Angeles Galaxy

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Los Angeles Galaxy

 LA Galaxy ist am 1. Spieltag Sonntagabend (deutscher Zeit) bei Inter Miami am Ball. Der Klub mit dem ehemaligen Leverkusener Chicharito hat eine sehr enttäuschende Saison hinter sich. Folglich wurde der neue Trainer Greg Vanney verpflichtet, der lange erfolgreich Toronto trainierte.

Die Kalifornier, bei denen auch Torwart Jonathan Klinsmann im Kader steht, verpflichteten das französische Talent Kévin Cabral (21) von Valenciennes, den kommenden Sturmkollegen Samuel Grandsir (24) vom AS Monaco und Verteidiger Oneil Fisher (29) von D.C. United.

Nachdem Keeper David Bingham (31) aussortiert wurde, kam der Waliser Jonathan Bond (27) von West Bromwich Albion als Ersatz. Zudem wurden der irische Verteidiger Derrick Williams (28) von Blackburn und Jorge Villafaña (31) von den Portland Timbers verpflichtet.

Inter Miami FC

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Inter Miami

Die Mannschaft aus Florida hat eine turbulente erste Saison hinter sich, in der man am Ende in der Play-Off-Quali-Runde an Nashville mit 0:3 scheiterte. Trainer Diego Alonso musste gehen. Danach verpflichtete Klub-Boss David Beckham seinen Spezi Phil Neville als Nachfolger.

Das Star-Ensemble um Offensivspieler Rodolfo Pizarro, Blaise Matuidi, Lewis Morgan, Gonzalo und Federico Higuain wurde durch Ryan Shawcross (33) von Stoke City erweitert.

Es wird also etwas gegen die ehemals löchrigen Defensive unternommen. Leandro González Pírez (29), den manche noch aus Atlantas Meisterteam kennen, kommt von Tijuana aus Mexiko und der ehemalige englische Nationalspieler Kieran Gibbs (31) schließt sich Inter Miami zum Saisonende in England an.

Außerdem kommen die Außenverteidiger Joevin Jones (29) sowie Kelvin Leerdam (30) von den Seattle Sounders. Der teuerste Neuerwerb ist Brasilianer Gregore (27) für das defensive Mittelfeld zu einem Preis von circa 3,5 Millionen €. Draft-Pick Nummer 10 Josh Penn (20) wurde aus der Lotterie geschnappt und bekam einen Vertrag.

Schwierig aufzufangen wird der Abgang von Torwart Luis Robles sein, der seine Karriere beendete. Die Goalies dahinter John McCarthy, Dylan Castanheira und Drake Callender haben nur bedingt MLS-Niveau, sodass man mitunter noch einen Neuzugang zwischen den Pfosten erwarten darf.

Auch ins Inter Miami Stadium werden Zuschauer zugelassen. Anstoß ist 21:00 Uhr MEZ. Inter Miami Mitbesitzer Jorge Mas zwitscherte heute: